Richterich - Mannshohe Disteln sind Richterichern Dorn im Auge

Mannshohe Disteln sind Richterichern Dorn im Auge

Von: Günther Sander
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„Dieser Schandfleck ist uns ein Dorn im Auge“: Götz Pietsch (links) und Bernhard Braken beklagen den derzeitigen Zustand der großen Wiese am Zehnthof in Richterich. Foto: Günther Sander

Richterich. Der alte Zehnthof, Anfang des 18. Jahrhunderts errichtet, ist ein echtes Stück „Alt-Richterich“ in der Grünenthaler Straße und wurde mittlerweile mit Millionenaufwand gründlich saniert , zu Wohnbebauung umgestaltet und so vor dem Verfall gerettet. Er ist also aus einem Dornrösschenschlaf erwacht. Aber wie verhält es sich mit der angrenzenden großen Wiese?

„Sie scheint zu verkommen“, urteilen Anwohner. Ein bunter Mix aus Gräsern, Sträuchern und mannshohen Distelgewächsen haben sie in einen „undurchsichtigen Dschungel“ verwandelt. Und das geschieht alle Jahre wieder, zum Ärger der Anwohner, aber auch der Verwaltung und Politik in Richterich.

Vor Ort sprechen Bernhard Braken und Götz Pietsch deutliche Worte. Diese Wiese, wenn man sie so überhaupt noch nennen könne, sei schlichtweg verwahrlost und mache den Blick der Anwohner und Spaziergänger in das angrenzende Naherholungsgebiet zunichte. Schlimmer noch: Der permanente Samenflug der Stauden habe bereits die umliegenden Gärten bestäubt. „Das ist eine Belästigung“, schimpft Braken. Die JT Projektträgergesellschaft (Jürgen Thelen), die den alten Zehnhof in ein Schmuckstück verwandelt habe, sei auch Besitzer der „Schandfleckwiese“, moniert Braken. Er habe Thelen aufgesucht, stets werde das Mähen versprochen. Braken mutmaßt, Thelen spekuliere auf weiteres Bauland, daher der Stillstand und die andauernde Verwahrlosung.

Bezirksbürgermeisterin Marlis Köhne weiß jedoch, dass das Grundstück im Flächennutzungsplan der Stadt Aachen als Grünfläche ausgewiesen ist. „Der politische Wille ist klar, das soll auch so bleiben, eine Bebauung wird nicht gewünscht“, sagt Köhne entschieden. Köhne und Bezirksamtsleiterin Yvonne Moritz sind verzweifelt darüber, dass der Besitzer mehrfach benachrichtigt worden sei, die Wiese in einen normalen Zustand zu versetzen. Das Problem sei erkannt, aber nicht zu lösen, meinte Moritz, denn es handele sich um Privatbesitz.

Das Presseamt der Stadt sagt dasselbe. Umwelt- und Ordnungsamt hätten keine Chance. Die Stadt könne den Besitzer nicht zwingen, so lange von der Wiese keine Gefahr ausgehe, sagt Pressesprecher Björn Gürtler. Den verärgerten Bürgern rät er, sich an das Bezirksamt zu wenden, wenn die Bürgersteige über- und zugewachsen seien, Personen, Kinderwagen oder Rollstühle sie nicht mehr vernünftig nutzen könnten.

Bei Eingang einer Beschwerde würde das Ordnungsamt prüfen, ob die Nutzung des Gehweges durch Unkraut oder Äste einer Hecke eingeschränkt sei. Dann könne man den Besitzer auffordern, die Wiese zu mähen und die Hecke zu schneiden. „Zur Not droht ein Ordnungsgeld, oder aber das Ordnungsamt bringt den Gehweg in Ordnung, auf Kosten des Besitzers“, so Gürtler.

Wie sieht der Wiesenbesitzer die Beschwerden? Jürgen Thelen, spontan nach der Wiese gefragt: „Am liebsten würde ich darauf bauen!“ Natürlich weiß auch er, dass sich da vorerst nichts bewegt. Anfang der Woche soll, so hat er versichert, die Wiese gemäht werden. „Die Disteln verschwinden, dann werden Pferde die Wiese in Beschlag nehmen“, so Thelen.

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