Manfred Kütz läutet neue Schaffensphase ein

Von: Julia Gröbbels
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Wendet sich mit fast 90 Jahren dem Realismus zu: Manfred Kütz zeigt seine Werke in der Kopermolen in Vaals.

Aachen/Vaals. „Es ist an der Zeit mit der Malerei aufzuhören“, da war sich der Aachener Künstler Manfred Kütz ganz sicher. Das war zum Zeitpunkt der beginnenden Parkinsonkrankheit. Heute, zwei Jahre später und nach der Eröffnung seiner Ausstellung in „de Kopermolen“ in Vaals stellt der inzwischen 88-Jährige fest, „dass man niemals nie sagen sollte“.

Nach seiner „letzten Ausstellung“ vor zwei Jahren hat sich der Künstler in eine völlig neue Arbeitstechnik gestürzt, die eine noch viel ruhigere Hand braucht als die alte Technik. Den Anstoß für den Wechsel von der abstrakten zu einer neuen, sehr realistischen Malerei gab für ihn eine achtwöchige Abenteuer-Reise durch Südamerika, die Kütz trotz seines hohen Alters auf sich nahm. „Dort, in den Slums, wurden Kunstschätze verkauft, die zum Schutz vor Unwettern in Plastikfolien verpackt waren“, beschreibt Kütz seine Eindrücke. „Das Glitzern der Folie im Sonnen- oder Mondlicht hat auf mich eine so große Faszination ausgeübt, dass ich entschied: Am Schluss meines Lebens möchte ich realistisch malen.“

Kütz nennt diesen Stil den „Neuen partiellen Glanzmaterialrealismus“. Dabei verbindet er die alten Techniken der niederländischen Feinmaler mit dem Gebrauch neuer Farbsorten und setzt dabei scharfe, realistische Elemente gegen unscharfe Bildbereiche. Auf diese Weise entstehen neue Beziehungsmuster des Dargestellten, die den Betrachter überraschen. „Sowohl mein Vater als auch mein Großvater – ebenfalls beide Künstler – haben diese realistische Phase gehabt“, sagt Kütz. Für ihn war diese Malweise somit auch ein „erinnern an alte Zeiten“. Und so stürzte er sich in die Arbeit, malte acht, zehn oder sogar zwölf Stunden am Tag. Wobei ihn auch „Wehwehchen“ wie ein Hexenschuss oder ein Bandscheibenvorfall nicht schrecken konnten. Das Kütz ein Künstler mit Leib und Seele ist, ist in jedem seiner Bilder sicht- und spürbar. Sowohl in den Werken dieser neuen Malperiode, als auch in seinem plastischen Werk der letzten zwölf Jahre, das ebenfalls in de Kopermolen gezeigt wird.

Die Ausstellung von Manfred Kütz ist noch bis zum 6. April in de Kopermolen am Clermontplein in Vaals zu sehen. Die Ausstellung ist täglich (außer montags) von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

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