Aachen - Manfred Beissel: Dienst für Stars und Bürger

Manfred Beissel: Dienst für Stars und Bürger

Von: Hans-Peter Leisten
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Fast 50 Jahre im Dienst für d
Fast 50 Jahre im Dienst für das Rathaus: Manfred Beissel, zuletzt städtischer Film-Koordinator, ist jetzt in den Ruhestand gegangen. Foto: Jaspers

Aachen. Es mag einem in der heutigen Arbeitswelt wie eine kleine Ewigkeit vorkommen, wenn jemand fast ein halbes Jahrhundert lang bei einem Arbeitgeber seine Brötchen verdient. Und irgendwie müssen auch beide Seiten miteinander zufrieden gewesen sein. Manfred Beissel bestätigt das gerne.

Die Entlassungsurkunde hat er seit dem 30. Mai in seiner Dokumentenmappe, die Erinnerungen an sein Arbeitsleben bei der Stadtverwaltung werden vermutlich noch lange sehr präsent sein - in allen Stationen: Personalverwaltung, kommunale Datenverarbeitung, Verteidigungslasten, Wahlen und Statistik, Oberbürgermeister-Büro und zuletzt Presse und Marketing . Ein Strauß an Aufgabenbereichen, der von einem abwechslungsreichen Arbeitsleben zeugt, zugleich aber auch die Bandbreite von Verwaltung widerspiegelt.

Als sich Beissel nach dem Schulabschluss für einen Berufszweig entscheiden musste, fiel diese Entscheidung leicht: „Ich hatte es nicht so mit Zahlen, also habe ich mich gegen eine Banklehre und für die Verwaltung entschieden. Von da an hatte ich es fast nur noch mit Zahlen zu tun...”, schmunzelt der 65-Jährige heute. Aber er hat gerne mit den Ziffern im Verwaltungskontext jongliert.

Bis 1999, da stand der Wechsel ins Büro des damaligen Oberbürgermeisters Dr. Jürgen Linden an. Und im „Zentrum der Macht” - so bezeichnet Beissel das Büro im historischen Rathaus - wirkte er in der Tat mit als Schaltstelle, Ansprechpartner für Politiker, Promis und vor allem die Bürger. Im Dezember 1999 flatterte zum Beispiel die Zusage aus dem Weißen Haus, dass Bill Clinton den Karlspreis für 2000 annimmt. „Das durfte ich noch nicht einmal zu Hause weitererzählen”, erinnert sich der Beamte, für den der Diensteid selbstverständliche Verpflichtung bedeutete.

Die Verwaltung habe sich in den 48 Jahren „gigantisch” verändert, vor allem die technischen Möglichkeiten. Jüngere Menschen können sich kaum vorstellen, dass in Beissels erster Berufsphase Bildschirme auf Schreibtischen wie Fremdkörper wirkten. Aber auch Leistungsdruck und -erwartung hätten sich enorm erhöht. Das Anspruchsdenken der Bürger an die Verwaltung sei in allen Bereichen gestiegen. Und trotzdem: Verwaltung habe immer Spaß gemacht.

Nur nach seinem Wechsel aus dem OB-Büro im Oktober 2009 bereiteten Beissel „gewisse Ereignisse und Abläufe” persönliche Enttäuschungen - in der Öffentlichkeit nachkarten will er aber nicht. Vor allem, da seine letzte dienstliche Station für alles entschädigt habe. Da bekam er nämlich von Pressechef Hans Poth die Chance, die Filmstadt Aachen voranzubringen.

Für Projekte mit Jan Josef Liefers oder auch Veronica Ferres konnte Beissel als städtischer Film-Koordinator fungieren, und dabei seine Heimatstadt überregional mit in die Schlagzeilen bringen. „Diese Arbeit hat mich weitergebracht, neue Denkstrukturen und Horizonte eröffnet”, sagt er heute. Dinge, die er in sein künftiges Leben mitnimmt. Ein Leben, das nach 48 Dienstjahren von „angenehmen Dingen, Abwechslung und Kurzweil fern aller strengen Pflichten und Verpflichtungen” geführt sein will.
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