Aachen - „Manege Renz”: Turbulenter Auftakt und Tumulte wegen Freikarten

„Manege Renz”: Turbulenter Auftakt und Tumulte wegen Freikarten

Von: Rauke Xenia Bornefeld
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Spaßmacher unter sich: Das „Duo Slobi” nahm bei der Zirkuspremiere Aachens Märchenprinz Philipp I. in die Mitte. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Was für ein turbulenter Auftakt! Der Zirkus „Manege Renz” hatte lange auf die Auftrittsmöglichkeit in Aachen warten müssen. Am Freitagnachmittag war es soweit: „Manege frei” hieß es auf dem Bendplatz für die Artisten, Dompteure und Clowns des mittelgroßen hessischen Zirkus´. Nicht alles lief glatt.

Bei seinem gut zweistündigem Programm setzt der Zirkus bei den Tierdressuren vor allem auf Haustiere. Das ist nicht nur preiswerter, man geht damit auch dem Verdacht unzumutbarer Haltungsbedingungen von exotischen Tieren in fahrenden Zirkuswagen aus dem Weg. Dompteurin „Atrix” hat ihre Schützlinge in der Manege komplett im Griff: Pferde tanzten, die Mischlingshunde sprangen Seil oder über ihre Artgenossen, klauten ihrem Frauchen die Mütze und ritten - „Männchen machend” - auf Pferderücken.

Das Artistik-Duo „D&M” überzeugte mit einer eleganten Equilibristik-Nummer zwar nicht alle Kinder, doch die Erwachsenen staunten nicht schlecht über die scheinbar beiderseits gleichmäßig verteilten Kräfte des gemischten Paars. Je höher die Artisten gen Zeltdach stiegen, desto mehr wuchs auch die Begeisterung beim jüngeren Publikum - obwohl die Zuschauerreihen viele Lücken aufwiesen.

Das Duo „Berousini” bot eine klassische Trapeznummer, „Flying Tatjana” erklomm das Ring-Trapez, Bianca präsentierte schwungvoll Seilakrobatik. Und Betty baumelte an langen Schnüren, die sie sich kunstvoll um den Körper wickelte - bevor noch einmal „D&M” zum gemeinsamen Tanz in schwarz-weißen Tüchern auftraten. Besonders viel Applaus erntete das Duo „Tudor”, das einen imposanten „Kampf” zwischen starkem Jäger und biegsamer Schlange an einer meterhohen Stange inszenierte.

Der Witz der Clowns wollte indes nicht ganz ankommen. Das russische Duo „Slobi” - die mit sechs kleineren und größeren Auftritte pro Vorstellung meistbeschäftigten Künstler bei „Manege Renz” - setzte vor allem auf Slapstick und Schadenfreude, die allerdings manches Mal unter der Gürtellinie landete. Vor einem Premieren-Publikum, das am Freitag überwiegend aus Kindern bestand, dürfte dies nicht die beste Wahl gewesen sein.

Schwamm drüber. Am Ende schneite es Schaumflocken und die meisten Besucher traten zufrieden den Heimweg an - wenn auch der große Zirkuszauber nicht aufkommen wollte.

Freikarten, die nur begrenzt galten

Zahlreiche Zuschauer hatten sich vom Zirkus verteilte Freikarten sichern können, fanden am Freitag aber keinen Platz mehr in der ersten Vorstellung des Gastspiels. „Keine Platzkapazitäten im Sperrsitzbereich mehr”, hieß es am Kassen-Häuschen. Nur gegen Aufpreis für eine andere Sitzplatz-Kategorie könne man noch Einlass erhalten. Was viele verärgerte Familien zum vorzeitigen Heimweg bewog. Im Zelt blieben die gelben Bänke allerdings an mancher Stelle frei. Der Zirkus „Manege Renz” wollte sich am Freitag vor Ort nicht zu den tumultartigen Vorfällen äußern.

„Manege Renz” gastiert noch bis zum 6. Februar auf dem Bendplatz. Vorstellungen gibt es um 16 und 19.30 Uhr, sonntags um 15 und 18 Uhr. Am Montag legen die Zirkusleute einen Ruhetag ein.

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