Aachen - Mahnende Worte von Bischof Heinrich Mussinghoff

Mahnende Worte von Bischof Heinrich Mussinghoff

Von: Jutta Katsaitis-Schmitz
Letzte Aktualisierung:
9174954.jpg
Jahresschlussandacht im Dom: Bischof Heinrich Mussinghoff appellierte an die Gläubigen, interreligiöse und interkulturelle Gespräche zu führen. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Während in der City bereits die ersten Silvesterböller knallten und die Teilnehmer am Silvesterlauf gerade zurückkehrten, zog es am letzten Tag des Jahres 2014 weit mehr als 1000 Gläubige in den Aachener Dom zur Jahresschlussandacht, um in alter Tradition den sakramentalen Segen für das Neue Jahr zu erhalten.

Zugleich wurde diese Stunde der Andacht wie alljährlich zu einer Zeit der Besinnung und des Bilanzziehens über das vergangene Jahr sowie des Pläneschmiedens für die Aufgaben im anstehenden 2015.

Einmal mehr wurde bei der Jahresschlussandacht der Dom zu einer klingenden Kathedrale. Gebannt lauschten die Gläubigen der grandiosen, konzertanten, musikalischen Gestaltung durch Domorganist Professor Michael Hoppe, den Aachener Domchor, Solisten und das Aachener Domorchester. Faszination löste an erster Stelle das Te Deum von Anton Bruckner aus sowie abschließend das gemeinsam von Chor und allen Anwesenden gesungene Urbs Aquensis, dem anhaltender, begeisterter Beifall folgte.

Deutlich war den Menschen die innere Bewegung ins Gesicht geschrieben, die durch die Worte der Predigt von Bischof Heinrich Mussinghoff weitere Denkanstöße erhielten. Er erinnerte einleitend an die Gedenktage und Ereignisse im Jahr 2014, in dem an des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs einhundert Jahre zuvor gedacht wurde.

„Gerade der Überfall auf Belgien durch das deutsche Heer brachte schreckliche Dinge zutage. Die neuen Waffen, wie Panzer, Flugzeuge, Luftschiffe, Raketen, Bomben und der Einsatz von Giftgas führten zu den Kesselschlachten, bei denen viele Soldaten ihr Leben verloren“, hieß es wörtlich in der Predigt. 17 Millionen Menschen starben.

25 Jahre später brach der Zweite Weltkrieg aus, der 55 Millionen Tote forderte und in dem sechs Millionen Juden in den Konzentrationslagern ermordet wurden. Mussinghoff erinnerte an die gegenwärtigen Konflikte und Kriege im Norden des Iraks, in Syriens, im Gaza-Streifen, in Israel, in der Ukraine und in Nigeria. 51,2 Millionen Flüchtlinge gebe es derzeit auf der Welt. Menschen würden verfolgt und ermordet wegen ihrer Meinung, Überzeugung und ihres religiösen Glaubens, so Mussinghoff Die Christen seien dabei die am meisten verfolgte Gruppe auf dieser Erde.

Familie in der Kirche

„Wie können wir angesichts dieser Situation in unserer Welt eine Kultur des Zusammenlebens realisieren?“, fragte der Bischof. „Vor allem wir Christen müssen an einer Kultur des Willkommens arbeiten.“ Es sei wichtig, interreligiöse und interkulturelle Gespräche zu führen. „Der Dialog ist der Weg zum Frieden“, hieß es wörtlich.

Die Heiligtumsfahrt und das 600-jährige Jubiläum der Chorhalle wurden als weitere Höhepunkte des Jahres 2014 angeführt. Im nun begonnen Jahr werde die angekündigte Bischofssynode über die „Bedeutung und Sendung der Familie in der Kirche und in der Welt“ eine kirchlich neue Diskussion bestimmen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert