Märchenprinz Luc I. glänzt auf allen Bühnen

Von: Nina Krüsmann
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Der Märchenprinz auf Tour: Mehr als 70 Auftritte absolvieren Luc I., sein Hofstaat und die Garde. Sie glänzen dabei im Kindergarten genauso wie im Altenheim oder wie gestern beim großen Kinderfest im Eurogress. Foto: Heike Lachmann.
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Seit Jahren wichtige Helferinnen: Seitens des Akika erfährt der Märchenprinz viel Unterstützung, ohne die es gar nicht geht – wie hier von Ulrike Jakobs und Karin Elbern (v.l.). Foto: Heike Lachmann

Aachen. „Ejjen Schuel doe weäd jeliert – än met d’r Märcheprenz jefiert!“ Unter diesem Motto feiert Luc I. (Piwko) den Öcher Fastelovvend. Als 65. Märchenprinz in der 67-jährigen Chronik des Aachener Kinderkarnevals sorgt er für jede Menge Frohsinn unter den Mädchen und Jungen der Kaiserstadt.

Mehr als 70 Auftritte stehen auf seinem närrischen Fahrplan, darunter Sponsorentermine und sogar ein Kostümreiten. Mit einem großen Bus ist die Familie des Arbeitsausschusses Aachener Kinder Karneval (Akika) unterwegs. Viele Mütter begleiten den Tross. Sie sind stets gut erkennbar an ihren leuchtend pinken Jacken während die Väter blau gekleidet sind.

Auf Augenhöhe mit Thomas III.

Lucs Eltern Silke und Artur Piwko kümmern sich um die närrischen Insignien ihres Sohnes, stecken ihm die Federn an die Kappe und halten den Umhang bereit. „Es ist einfach unglaublich, mit welcher Freude und wie souverän unser Sohn das meistert. Ob im Altenheim oder bei Auftritten im Eurogress – er hat immer riesigen Spaß dabei. Mit Prinz Thomas III. versteht er sich super, das ist eine richtige Prinzenfreundschaft – fast auf Augenhöhe“, erzählt Mutter Silke Piwko. Schwester Lina ist so oft mit dabei wie es geht. „Sie hat früher in der Garde getanzt und da hat ihr Bruder schon früh miterlebt, was Kinderkarneval für einen Spaß macht. Dann hat er selbst verschiedene Rollen im Hofstaat übernommen“, sagt Silke Piwko.

Luc ist also ein „alter Hase“ im Karneval und das merkt man. Selbst die Aussicht auf Regen am Tulpensonntag kann seine Freude nicht trüben. „Notfalls werden wir die Federn abnehmen und Regencapes verteilen, aber den Spaß wird uns das schlechte Wetter nicht trüben“, erzählt die Mutter. Und Luc ergänzt: „Das wird für mich das absolut Größte!“

Beim Auftrittsmarathon am Dienstag geht es unter anderem in einen Supermarkt, ins Papst-Johannes-Stift, ins Haus Hörn, den Kindergarten von St. Jakob und nach St. Gregorius. Überall bei Jung und Alt herrscht große Freude. Viele Kindergärten und Schulen basteln extra Orden als Dankeschön für den Auftritt und Besuch. Und für Gardemitglied Jordana Ohlenforst, die an diesem Tag ihren 13. Geburtstag feiert, gibt es neben vielen Geschenken ein Ständchen von allen im Bus.

Ein wahrer Höhepunkt und das Finale an diesem Tag ist der Auftritt im Stauferkeller beim Verein Öcher Platt. In Kooperation mit dem Festausschuss Aachener Karneval (AAK) findet dort ein Liederabend statt. Der Märchenprinz ist hier der stimmungsvolle Höhepunkt.

Ohne Zweifel macht es Luc riesigen Spaß, auf der Bühne zu stehen. Und nicht umsonst heißt es in seinem Lied: „Es ist megacool dabei zu sein“. Tatsächlich ist es etwas ganz Besonderes, einmal Narrenherrscher der Öcher Nachwuchskarnevalisten zu sein. „Denn der Märchenprinz ist in ganz Deutschland einmalig. Als in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg zum ersten mal wieder ein Kinderzug ging, stand dieser unter dem Motto ,Es war einmal...‘. Und die Bezeichnung Märchenprinz wurde seitdem einfach beibehalten“, erklärt Akika-Leiter Wolfgang Radermacher.

Beim Akika-Kinderfest am gestrigen Mittwochnachmittag geht es direkt weiter mit einem ganz großen Fest für alle Öcher Kenger. Natürlich sitzen die Prinzeneltern in der ersten Reihe. Darüber hinaus aber gilt: Kinder nach vorne. Wunderschön und teilweise sehr fantasievoll sind die jungen Jecken kostümiert.

Dass solch ein großes Fest gelingen kann, dafür sorgen unzählige gute Geister vor und hinter den Kulissen. Natürlich begrüßen die beiden Symbolfiguren des Akika, Miez und Anton, die Kinder am Eingang. Hier gibt es für jedes Kind eine ordentliche Eintrittskarte – das heißt einen richtigen Orden als bleibende Erinnerung. Und das KK Oecher Storm steht Spalier.

Maria Keller, Schulleiterin der Grundschule Passstraße, hält mit einem großen Team die Fäden in der Hand, was das Prinzenspiel angeht. „Nahezu die ganze Schule ist dafür auf den Beinen, fährt klassenweise rüber zum Eurogress um mitzumachen, zu spielen, zu musizieren oder auch zuzuschauen“, erzählt Keller.

Karin und Konrad Elbern kümmern sich in jeder Session um das Regiebuch der Proklamation und damit auch des Kinderfestes. Denn dort wird das Prinzenspiel traditionell wiederholt. „Ich habe hinter der Bühne alle Abläufe im Blick, überprüfe mit Ulrike Jakobs gemeinsam, wer wann auf die Bühne kommt und von welchem Garderobenraum die Gruppen abgeholt werden. Darum kümmert sich dann wiederum Jana Keller“, erklärt Karin Elbern, die seit zwölf Jahren mit dabei ist. Die Waschweiber der Stadtwache Öcher Börjerwehr betreuen liebevoll die Spielstände im Foyer, die einfach dazugehören. Natürlich auch die hölzerne Rutsche und die Hüpfburg und der Stand der Museumseisenbahn Selfkantbahn.

Mit Sack und Pack zur Schule

„So lange es die Akika-Veranstaltungen gibt, beteiligt sich der Storm sehr gerne daran. Unsere Männer tragen den Märchenprinzen mit der Sänfte in den Saal“, erklärt Bernd Schaefer, Kommandant des KK Oecher Storm. Crêpes und Waffeln gibt es zu so günstigen Preisen, dass sich lange Warteschlangen an den Ständen im Foyer bilden. Wie schon bei der Proklamation des Märchenprinzen sind die Wartezeiten so lang, dass manches Kind eine gute halbe Stunde der sehenswerten Darbietungen im Saal versäumt.

Das ist schade, denn die Tanzdarbietungen sind eine Augenweide. Zum Beispiel die Show „Positive Energie“ der KG Eulenspiegel. Anabel Jansen tanzt in der vierten Session bei den „Eulen“. Morgens geht es mit Schultasche, Kostüm, Schminkutensilien und Tanzstiefeln bepackt in die Grundschule Passstraße. Danach wird sie von Mutter Daniela geschminkt –und dann kommt endlich der große Auftritt.

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