Märchen trifft auf harte Realität

Von: Julia Gröbbels
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Brisanter Balanceakt zwischen Fiktion und Wirklichkeit aus dem Alltag von Flüchtlingen: Das Theater K zeigt seine Adaption „Moosmantel“ am 25. Februar im Space des Ludwig Forums. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Im Dezember vergangenen Jahres verzauberten acht Frauen und ein Musiker mit ihrem ganz eigenen Entwurf einer „Märchenlandschaft“ das Publikum im Space des Ludwig Forums an der Jülicher Straße. Inzwischen sind die Geschichten, die sie erzählen, aktueller denn je.

In dem Tanztheater-Stück „Moosmantel“ erzählten die Frauen mit Choreographien, Szenen und Liedern Geschichten von Flucht, Ankommen, Sich-weg-wünschen, Bleiben, Fremdsein, Einsamkeit, Glück, plötzlicher Gemeinschaft und großen Festen. Mit Liedern in verschiedenen Sprachen wurde die Flucht in einer Form beschrieben, die Märchenhaftes mit heutiger Migrationsrealität vermischte und auch die harte Wirklichkeit nicht verschwieg.

Nach der Uraufführung des durch das Land Nordrhein-Westfalen geförderten integrativen Kulturprojektes suchte Annette Schmidt, Regisseurin und Schauspielerin am Theater K, nach weiteren Möglichkeiten der Zusammenarbeit, um der hochaktuellen Frage „Wie gehen wir mit unseren Flüchtlingen um?“ intensiver zu begegnen. Aus dieser Suche heraus ergaben sich Kooperationen mit der „Save me“-Kampagne „Aachen sagt Ja!“ sowie dem Büro der Dekane.

Die Kampagne setzt sich dafür ein, Flüchtlinge in Deutschland aufzunehmen, ohne dass diese auf eigene Faust den gefährlichen Weg nach Europa wagen müssen. „Mit dieser und weiterer Unterstützung seitens des Bistums und der Stadt Aachen konnte eine Sonderaufführung von „Moosmantel“ am 25. Februar ermöglicht werden“, so die Regisseurin.

Flüchtlinge sowie Aachener Bürger, die sich in der Flüchtlingshilfe als Paten engagieren, haben zu dieser Sondervorstellung freien Eintritt. Alle, die sich für Patenschaften zum Beispiel in der „Save me“-Kampagne interessieren, sind zudem herzlich eingeladen, inspiriert durch das Tanztheater nach der Vorstellung ins Gespräch zu kommen. „Die Frage, wie wir mit Flüchtlingen umgehen, ist nicht nur eine politische, sondern vor allem eine gesellschaftliche Frage“, sagt die Organisatorin der „Save me“-Kampagne in Aachen, Ingeborg Heck-Böckler.

Aus diesem Grund sei es wichtig, miteinander in Kontakt zu treten, um mehr über einander zu erfahren. „Das Theater und Kultur im Allgemeinen bieten eine wunderbare und unmittelbare Plattform hierfür“, meint Schmidt. Sie hofft, dass viele Aachener Bürger und Flüchtlinge diese Chance auf eine reale Annäherung fernab der medial vermittelten Nachrichten nutzen werden.

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