Mädelsflohmarkt zieht Frauen ganz magisch an

Von: Kathrin Albrecht
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Brechend voll: Schnäppchenjägerinnen bevölkerten die Aula Carolina beim Mädelsflohmarkt in der Ponstraße. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Brechend voll ist es beim vierten Mädelsflohmarkt „Aixtravagant“ in der Aula Carolina. 60 Ausstellerinnen aus der Region misteten für den vergangenen Samstagnachmittag ihre Kleiderschränke aus.

Sie bieten Kleidung, Accessoires und Schuhe von Frauen für Frauen an. Schnäppchenjägerinnen aller Altersstufen und Gesellschaftsschichten haben sich auf die Suche nach ihrem persönlichen Fang gemacht. Überall in den Gängen wird gestöbert, anprobiert, gehandelt.

Mittendrin im Getümmel ist Veranstalterin Alice Faßbaender. „Ich habe mir schon ein paar mal einen Kaffee gemacht, aber bin noch nicht dazu gekommen, ihn in Ruhe zu trinken“, erzählt sie lächelnd. Die 41-jährige Würselenerin hob den Frauen-Secondhandmarkt im vergangenen Jahr aus der Taufe. Bereits beim ersten Flohmarkt, damals noch in den Räumen der Katholischen Hochschulgemeinschaft in Aachen, kamen 1000 Besucherinnen.

500 Menschen vor der Tür

Auch an diesem Samstag biegt sich die Schlange vor der Öffnung des Flohmarktes um 12 Uhr bis auf den Aachener Marktplatz. „Es standen schon 500 Menschen vor der Tür. Gottseidank haben wir die Schlange gut abgearbeitet. Bei den vergangenen beiden Flohmärkten hatten wir um die 1500 Besucher. Damit rechnen wir jetzt auch“, so Faßbaender. Hauptberuflich ist Alice Faßbaender Designerin. Ausgediente Kaffeesäcke aus Jute gestaltet sie zu Taschen, Kissen und iPad-Hüllen um und vertreibt diese in ihrem Online-Lande „Coffeeshop-Alice“.

Die Idee, einen Flohmarkt für Second-Hand-Mode zu veranstalten, ergab sich, wie sie augenzwinkernd erzählt, beim Blick in den eigenen Kleiderschrank. „Ich gehöre auch zu den Frauen, die zwar den Kleiderschrank voll hängen, aber nie etwas zum Anziehen haben. Außerdem gefällt mir die Idee der Nachhaltigkeit, dass getragene Kleidungsstücke nicht einfach weggeworfen, sondern weitergegeben werden“, erklärt sie ihre Beweggründe.

Die Organisation des Flohmarktes ist ein Familienunternehmen: Ehemann Addi hilft bei der Organisation, Sohn Robin sitzt an der Kasse, Tochter Sheila hilft beim Catering. Auch die Werbung ist ausschließlich in Familienhand. „Die letzten vier Wochen vor dem Markttag sind schon stressig, wenn die Flyer verteilt und die Poster aufgehängt werden“, erzählt Alice Faßbaender.

Ausstellerinnen können sich online bewerben. Ausdrücklich richtet sich der Second-Hand-Modemarkt an private Anbieterinnen, gewerbliche Aussteller haben bei „Aixtravagant“ keine Chance. Die einzige Ausnahme bildet der Stand von „Filzblüte“. Die Aachener Behindertenwerkstatt stellt in Kooperation mit der Parzivalschule Filzarbeiten her. Ein Teil der Erlöse des Eintrittsgeldes kommt dem Projekt zugute. „Wir möchten mit unserer Unterstützung solche Projekte auch ein bisschen bekannter machen“, erklärt Faßbaender.

In der Aula Carolina geht das bunte Treiben indes weiter. Astrid Dautzenberg aus Heinsberg verkauft das erste Mal beim Mädelsflohmarkt und ist ganz zufrieden. „Leider gehen die großen Größen nicht so gut.“ Auch bei den Kundinnen kommt der Flohmarkt gut an: „Es gibt viel Auswahl und die Sachen sehen auch noch sehr gut aus“, freut sich Familie Matha. Wer jetzt kein Schnäppchen ergattern konnte, hat vielleicht beim nächsten Mädelsflohmarkt am 25. Oktober mehr Glück. Ausstellerinnen können sich ab dem 25. Juli unter www.aix-travagant.de bewerben. Indes: Für Männer bleibt das Marktgeschehen tabu.

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