Aachen - Mädchen und Frauen fördern: Aachener Zonta-Club feiert Geburtstag

Mädchen und Frauen fördern: Aachener Zonta-Club feiert Geburtstag

Von: Kathrin Albrecht
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Musik zum Geburtstag: Renate Weidner (kleines Bild), Präsidentin Zonta Clubs Aachen, erinnerte daran, dass die Gründungsziele auch heute noch aktuell seien. Foto: Andreas Herrmann
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Musik zum Geburtstag: Renate Weidner (kleines Bild), Präsidentin Zonta Clubs Aachen, erinnerte daran, dass die Gründungsziele auch heute noch aktuell seien. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Wenn Frauen sich zusammentun, können sie viel erreichen. Das müssen auch die Frauen gewusst haben, die 1919 im US-amerikanischen Buffalo den ersten Zonta-Club gegründet haben. Knapp 100 Jahre später gibt es in 66 Ländern auf allen Kontinenten der Welt Zonta-Clubs, in denen sich berufstätige Frauen zusammengeschlossen haben, um sich für die Gleichberechtigung und Förderung aller Frauen einzusetzen, seit 20 Jahren auch in Aachen.

Starthilfe aus Mönchengladbach

Mit ein bisschen Hilfe des benachbarten Mönchengladbacher Zonta-Clubs fanden sich 1997 Aachener Frauen zusammen. Elisabeth Auchter-Mainz war eine der 19 Frauen, die die Mönchengladbacherin Ingrid Jansen per Brief kontaktierte. Das Anschreiben hat Auchter-Mainz bis heute aufgehoben. „Eigentlich bin ich als Juristin von Hause aus skeptisch, wenn ich solche Anschreiben erhalte. Ich kannte ja nicht mal meine Patin, die mich empfohlen haben soll“, erinnert sie sich während der Jubiläumsfeier im Spiegelfoyer des Theaters Aachen. Doch die beiliegende Broschüre machte sie neugierig. Als Service-Organisation arbeitet Zonta überparteilich, überkonfessionell und weltanschaulich neutral. Mit Spendengeldern unterstützen die Clubs soziale Projekte vor Ort, die Mädchen und Frauen fördern und bieten daneben auch ein internationales Netzwerk an, in dem Frauen sich austauschen und unterstützen. In Aachen gehören die Einrichtung eines Spielzimmers im Frauenhaus Aachen, das mit den sieben Aachener Lions Clubs organisierte Weihnachtsmarktprojekt sowie aktuell die Unterstützung der Projekte „Miteinander lernen“, in dem Lehramtsstudenten Schüler mit Migrationshintergrund und junge Flüchtlinge unterrichten, und das „Projekt Coolness“, das jungen Mädchen an der Hauptschule Aretzstraße mehr Selbstvertrauen vermittelt.

Bürgermeisterin Hilde Scheidt hob die Bedeutung des Clubs für die Stadt Aachen hervor. Zonta trage mit dazu bei, dass Frauen sich nicht mehr verbiegen müssten, sondern erhobenen Hauptes ihren Weg im Leben gehen könnten. „Das ist ein großer Wert für Aachen, dass es Frauen gibt, die für andere da sind“. Was starke Frauen leisten können, daran erinnerte auch Festrednerin Ulla Schmidt. In ihrem Vortrag „Prinzen auf einem Schimmel gibt es nicht“ fasste die Vizepräsidentin des Bundestags zusammen, was Frauen in den vergangenen 40 Jahren an gesetzlichen und damit gesellschaftlichen Veränderungen bewegt haben. Der Märchenprinz sei Gottseidank nur ein Traum. Frauen seien heute Frau genug, selbst für ihre Rechte zu streiten und sie haben selbst dafür gesorgt, dass sich der gesetzliche Gleichheitsgrundsatz entfalten konnte. Organisationen wie Zonta seien wichtige Pflastersteine, um die rechtlichen Veränderungen in die Gesellschaft zu transportieren. Viel habe sich bewegt. Im 21. Jahrhundert verliert das klassische Rollenbild zunehmend an Zustimmung. Jeder dritte Mann nimmt seinen Anspruch auf Elternzeit wahr, wenngleich anteilig noch immer zeitlich begrenzter als die Mütter.

„Der Märchenprinz von heute braucht keinen Schimmel, sondern einen Kinderwagen“, schlussfolgerte Ulla Schmidt. Gleichzeitig erinnerten die Grußworte daran, dass sich die Situation der Frauen im internationalen Vergleich nicht so positiv entwickelt habe. Besonders schutzlos seien die Frauen und Kinder, die auf der Flucht sind. Und auch auf Bundesebene sei noch viel zu tun. Viele Themen, die die Frauen bei der Gründung bewegten, seien auch heute noch aktuell, unterstrich Präsidentin Renate Weidner.

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