„Made in Europe“: Ein Kinotag für Schulklassen

Von: Margot Gasper
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Sie sind sehr gespannt, was die jungen Leute zu den beiden Filmen sagen: von links Olaf Müller (Kulturbetrieb), Journalistin Rica Reinisch, Jürgen Linden (Vorsitzender Karlspreisstiftung, Bernd Vincken (Geschäftsführer Karlspreisstiftung), Filmkritiker Günter H. Jekubzik und Thomas Söpper (Cineplex-Kino). Foto: Harald Krömer

Aachen/Eschweiler. Ein ganz normaler Werktag, zwei Filme, und gut 150 Schülerinnen und Schüler: Mit einem Kulturprojekt für junge Leute gehen die Stiftung Internationaler Karlspreis, die Stadt Aachen und das Cineplex-Kino neue Wege. Am morgigen Donnerstag heißt es „Made in Europe: Zwei Filme. Ein Tag.“ Junge Leute von vier Schulen in Aachen und Eschweiler gehen dann einen Tag lang ins Kino. Erst zum Gucken, dann zum Reden.

„Europa ist eine Ganzjahresaufgabe“, betonte Jürgen Linden, Vorsitzender der Karlspreisstiftung, am Dienstag bei der Vorstellung des Projekts. Die Anschläge von Paris hätten das in schrecklicher Weise erneut bewusst gemacht. Schon lange, so Linden, wünsche man sich in Aachen auch für den Herbst eine Veranstaltung im großen Karlspreisrahmenprogramm, „die der Aufgabe der Integration in Europa gerecht wird“.

Als Zielgruppe fasse man bewusst die Jugendlichen ins Auge, „denn sie wachsen in die Verantwortung für Europa hinein.“ Die bunte, vielfältige Welt, in der junge Menschen heute leben, verlange viel Anstrengung. „Europa muss gelebt werden, mit Toleranz und Respekt“, betonte Linden.

Thomas Söpper, Theaterleiter im Cineplex-Kino, und Filmkritiker Günter H. Jekubzik haben die Filme ausgesucht, die einen ganzen Donnerstag lang im Mittelpunkt stehen sollen. „Die Schüler der Madame Anne“ (Originaltitel „Les Héritiers“) entstand 2104 unter der Regie von Marie-Castille Mention-Schaar. In dem französischen Spielfilm geht es um eine engagierte Lehrerin, die mit einem ungewöhnlichen Projekt eine Problemklasse motiviert.

„Mein Herz tanzt“ (Originaltitel „Dancing Arabs“) ist eine israelisch-französisch-deutsche Produktion, ebenfalls von 2014. Regisseur Eran Riklis thematisiert darin das schwierige Verhältnis zwischen Israelis und Palästinensern.

154 junge Leute dürfen sich auf diese zwei Filme freuen: drei Klassen des Berufskollegs Eschweiler sowie je eine Klasse der Gemeinschaftshauptschule Drimborn, des Geschwister-Scholl-Gymnasiums und des Gymnasiums St. Leonhard in Aachen.

„Wir vertrauen auf die Kunst des Films, um Themen wie Toleranz und Respekt zu besprechen“, sagt Olaf Müller, Leiter des städtischen Kulturbetriebs. Er ist überzeugt: „Einen Film in großer Runde im Kino anzuschauen, ist etwas ganz anderes als alleine zu Hause vor dem Fernseher oder am PC.“

Aber nicht nur die beiden Filme wurden mit Bedacht für das junge Publikum ausgewählt. Die Jugendlichen dürfen sich auch auf interessante Gesprächspartner freuen. Günter H. Jekubzik, der auch Filmkritiker unserer Zeitung ist, wird den Tag moderieren. Diskussionspartner sind die Aachener Filmemacherin Miriam Pucitta, der Schriftsteller Suleman Taufiq, der aus Syrien stammt und in Aachen lebt, die Moderatorin und TV-Journalistin Rica Reinisch, der Historiker Prof. Max Kerner (RWTH Aachen) sowie Rick Takvorian, Veranstaltungsmanager beim Kulturbetrieb der Stadt Aachen.

Popcorn gibt‘s nicht an diesem ungewöhnlichen Filmtag. Aber die teilnehmenden Schulklassen werden im Kino nicht nur mit Denkanstößen, sondern auch mit Essen versorgt. Den Schulen entstehen keine Kosten für das Projekt.

Die Macher von „Made in Europe“ sind nun sehr gespannt auf die Diskussionen im Kino und auf die Impulse, die von den Filmen ausgehen. Jürgen Linden erinnerte bei der Vorstellung des Kulturprojekts aber auch an ein „langfristiges Ziel“ der Karlspreisstiftung: „Eine europäische Akademie in Aachen.“

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