„Macht mal Lärm“: Gemäßigte Töne der Initiative

Von: Marie Eckert
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„Macht mal Lärm“ für die freie Szene: Beim Demozug Richtung Elisenbrunnen im Mai appellierten die Teilnehmer an die Stadt, der unabhängigen Kultur mehr Freiraum zu geben. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Die Initiative „Macht mal Lärm“ ist schon seit Frühjahr 2014 in Aachen aktiv, hat Demos quer durch die Stadt organisiert und steht für eine ganz bestimmte Botschaft: Die freie Kulturszene in Aachen muss erhalten werden.

Ursprünglich gegründet wurde die Initiative, als mehrere Clubs und Kneipen hintereinander ihre Pforten dicht machen. „Das ist momentan kein akutes Thema mehr“, erklärte Kristof Mittelstädt, Initiator von „Macht mal Lärm“ jetzt im Kulturausschuss.

Im Mittelpunkt stehen nun vor allem die Förderung von freier Kultur sowie deren Vernetzung und der Dialog zwischen der freien Kulturszene und Verwaltung und Politik. Dabei gehe es der Initiative auf keinen Fall darum, der Stadt Vorwürfe zu machen: „Wir wollen nicht sagen, dass zu wenig gemacht wird, aber wir haben auch Ideen und die sollten auch zugelassen werden“, betonte Mittelstädt.

Aus diesem Grund war die Initiative, die Anfang kommenden Jahres ein eingetragener Verein werden möchte, auf Antrag der Grünen im Kulturausschuss, um sich und ihre Ziele vorzustellen: Neben der Förderung von Kulturschaffenden sind das unter anderem eine langfristige Lösung im Hinblick auf eine ‚mittelgroße‘ Bühne und Orte, an denen legal Graffiti gesprüht werden dürfen.

Die Diskussionen drehten sich vor allem um die Vernetzung: Was kann zusammen mit der Stadt erreicht werden? Wie kann ein Dialog oder eine Zusammenarbeit konkret aussehen? Und wie kann eine Schnittstelle zwischen freier Kultur und städtischem Kulturbetrieb hergestellt werden? Fraktionsübergreifend wurde diskutiert, Hermann Josef Pilgram (Grüne) fasste die allgemeine Stimmung zusammen: „Ich denke, die meisten hier im Ausschuss sind froh, dass Sie als Initiative heute hier sind und sich engagieren.“

Bei den übrigen Themen der Tagesordnung gab es vergleichsweise wenig Diskussionsbedarf: Einstimmig beschlossen hat der Ausschuss, dass der Kunstpreis Aachen für weitere drei Jahre gemäß Vertrag vergeben wird. Auch über die Schenkung von 34 Fotografie-Arbeiten des Künstlers Walter Vogel an das Suermondt-Museum war man sich einig.

Außerdem empfiehlt der Ausschuss einstimmig die dauerhafte Einrichtung einer Koordinationsstelle im Bildungsbüro der Städteregion. Die Stelle gibt es seit dem Schuljahr 2014/2015; neben eigenen Projekten, wie zum Beispiel das „kulturelle Speed Dating“ und das Kinder- und Jugendtanzfestival „Dance4Pänz“ hat die Koordinationsstelle Projekte mit Partnern durchgeführt, Vernetzungen gefördert und Kulturanbieter – sowie abnehmer beraten.

Mittelstädt war zufrieden. Der Dialog sei fruchtbar gewesen. „Das war die erste offizielle Kontaktaufnahme, wir konnten sagen, wer wir sind und wofür wir stehen.“

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