„Lunch-Konzert” mit „Oreya”: Magische Momente zur Mittagszeit

Von: ch
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Auf Musikfans wirkt die Chorbiennale wie ein Magnet auf Metalle. Schon lange vor Beginn des ersten „Lunch-Konzerts” am gestrigen Montag ist der Hof vor St. Paul mit Menschen ganz ausgefüllt - so sehr, dass die Zuhörer in spe bis auf die Jakobstraße hinaus stehen.

Kenner wie Rudolf Urfels aus Stolberg-Büsbach, der lange im Städtischen Chor Aachen gesungen hat und jetzt im Eilendorfer Doppelquartett „Pro Musica” aktiv ist, sind dabei, auch Spezialisten, aber auch der eine oder andere Quer- und Neueinsteiger.

Die Neugier ist groß - und auch das Glück, als endlich die Herren und, ein wenig später, die Damen des Kammerchors „Oreya” aus der ukrainischen Stadt Schitomir im Altarraum Einzug halten.

Denn die Gäste und ihr Dirigent Alexander Vatsek entpuppen sich rasch als Meister ihres Metiers. Denn die 23-köpfige Truppe und ihr Leiter sind eigentlich Zauberer, die ihre Magie kraft der Stimme entfalten. Da wird nicht nur gesungen - da entringen sich den Kehlen Vogelstimmen, wird das Rauschen des Windes hörbar, dringen noch andere, unerhörte Töne ans Ohr.

Musik und Bilder durchdringen einander. Zu Beginn des Konzerts umstehen die Männer, vom Publikum abgewandt, in Kreisform einen Vorsänger. Gegen Ende wiederholt sich das Bild, im Wechselspiel mit den Frauen gedoppelt, in anderer Form. Künstlich, aufgezwungen wirken diese Szenarien nie. Sie dienen immer der Musik und ihrer Kommunikation. Die Mitglieder bilden eine lange Reihe, die sich die Seitengänge hinunter zieht.

Das Resultat wirkt erstaunlich: Jeder Zungenschlag dieser in Quasi-Trachten gekleideten Künstler mutet an, als stünden die Interpreten unmittelbar an der Ohrmuschel des Zuhörers. Sich wundern und verzaubert werden zur Zeit der Mittagspause: Das erste Lunch-Konzert war ein Kultur-Ereignis von rarer Schönheit.

Dienstag geht´s weiter mit einem „Lunchkonzert” des estländischen Chors Noorus im Krönungssaal (12.30 Uhr, Eintritt frei). Mittwoch und Donnerstag gastieren der ukrainische Kammerchor Oreya, der Chamberchoir aus Tel Aviv, die vier großen Gastgeber-Chöre aus der Region sowie das städtische Sinfonieorchester mit Werken von Mendelssohn und Bernsteins „Kaddish” im Eurogress (jeweils 20 Uhr).
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert