Lumina: Hilfe für Prostituierte jetzt direkt vor Ort

Von: Svenja Pesch
Letzte Aktualisierung:
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Eine neue Einrichtung der Solwodi-Beratungsstelle für Prostituierte: Leiterin Roshan Heiler nimmt sich vor Ort der Sorgen und Nöte der Frauen an.

Aachen. Es ist ein positives und zugleich mutiges Signal, das die Verantwortlichen mit der Eröffnung von „Lumina“ gesetzt haben. „Lumina“, die neue Beratungsstelle für Frauen in der Prostitution, liegt mitten in der Antoniusstraße und ist somit direkt in das Geschehen involviert.

Zwei Jahre lang hat der Arbeitskreis „Prostitution“ des Frauennetzwerkes darauf hingearbeitet, dass in einem ehemaligen Bordellbetrieb ab sofort Beratungen und Hilfsangebote für Prostituierte stattfinden.

Unter der Trägerschaft von „Solwodi“ (Solidarität mit Frauen in Not) agieren hier Vertreter aus verschiedenen Bereichen zusammen, um den Frauen bestmöglich helfen zu können. Darunter sind die Aids-Hilfe, Pro Familia, Donum Vitae, das Bistum Aachen, das Gesundheitsamt sowie die Schuldnerberatung.

„Solwodi“ hat bereits eine Beratungsstelle mit dem Titel „Stella“ in der Jakobstraße, die sich vorwiegend an Frauen mit Migrationshintergrund in der Prostitution richtet. Dort erhalten sie Unterstützung beim Ausstieg aus dem Milieu sowie eine sichere Unterkunft.

„Lumina“ ist erstmal nur ein Testprojekt, welches voraussichtlich bis Ende 2017 in der Antoniusstraße ansässig ist. „Wir möchten direkt hier vor Ort mit den Frauen in Kontakt kommen und erfahren, was sie wirklich benötigen“, erzählte Roshan Heiler, Leiterin von „Solwodi“ und ergänzte: „Einmal pro Woche gehen wir direkt durch die Straße und treten mit den Frauen so in den persönlichen Kontakt.“ Der Name „Lumina“ bedeutet „Licht“ und steht für Lebenslicht und soll gleichzeitig Hoffnung und Zuversicht signalisieren.

Der Umbau hat lediglich sechs Wochen gedauert, allerdings war es weitaus mühsamer und anstrengender, die Stadt davon zu überzeugen, eine Beratungsstelle mitten im Ort des Geschehens zu eröffnen.

CDU-Bezirksbürgermeisterin Marianne Conradt lobte anlässlich der Eröffnung diesen Schritt, der lange im Rat der Stadt diskutiert und schlussendlich dann doch durchgesetzt wurde: „Dass auch genau hier Beratungen stattfinden, unterstreicht den Wirklichkeitssinn. Es ist wichtig, dass die Frauen in Selbstbestimmung ihren Beruf ausüben. Ich wünsche allen Beteiligten, dass hier eine Atmosphäre der Akzeptanz herrscht.“

Wie es mit der Beratungsstelle in der Antoniusstraße nach der Testphase und angesichts der anstehenden baulichen Veränderungen rund um den Büchel innerhalb der Straße weitergehen wird, ist noch völlig unklar.

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