Ludwig Forum: Weg vom Computer, ab in die Druckwerkstatt

Von: Christina Handschuhmacher
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Vorbereitungen für den Druck:
Vorbereitungen für den Druck: Kursleiterin Alexandra Knie (r.) erklärt Dr. Annette Lagler, stellvertetende Direktorin des Ludwig Forum, Karl Heinz Jeiter und Prof. Helmut Jakobs (v.l.) das Siebdruck-Prinzip. Foto: Krömer

Aachen. Kunterbunte Farbkleckse so weit das Auge reicht - auf Stühlen, Tischen und den Klamotten. In einer Ecke der Werkstatt surrt das Siebdruckgerät leise vor sich hin. Die Schablone eines zweiköpfigen Krokodils liegt darauf und wartet auf den farbigen Anstrich.

Die Studenten rühren Farbe zusammen, feilen an ihren gezeichneten Entwürfen oder holen sich letzte Tipps bei der Leiterin des Siebdruck-Kurses, Alexandra Knie.

Beim Kooperationsprojekt des Fachbereichs für Gestaltung der Fachhochschule Aachen und des Ludwig Forums können FH-Studenten jeden Freitag zwischen 11 und 17 Uhr Erfahrung im Umgang mit dem Siebdruck-Verfahren sammeln. 20.000 Euro hat die FH in die neuen Siebdruckgeräte - unter anderem einen Vakuumkopierer und einen Siebdrucktisch - investiert. Geeignete Räume für die Geräte gab es am Boxgraben nicht, deshalb ist die Kunstwerkstatt des Ludwig Forums nun auch eine „temporäre Druckwerkstatt”, wie es Kunstwerkstatt-Leiter Karl-Heinz Jeiter nennt.

„Ich freue mich, dass die Kooperation wieder so konkrete Formen angenommen hat”, sagt Professor Helmut Jakobs, Dekan des FH-Fachbereichs Gestaltung. „Unsere Studenten sollen ihre konzeptionellen Stärken entwickeln, richtige Gestalterpersönlichkeiten werden”, sagt Jakobs. Die Zusammenarbeit mit dem Ludwig Forum sei deshalb extrem produktiv.

Nur noch mit Maus und Tastatur

Anfang der 1990er Jahre habe man sich im Gestaltungsbereich an der Uni von „Papier und Bleistift” verabschiedet, irgendwann sei dann fast nur noch mit Maus und Tastatur gestaltet worden. Die Professorin Ilka Helmig hat schließlich die veraltete - und mittlerweile ersetzte - Siebdruckmaschine im Ludwig Forum entdeckt, die Kooperation in Gang gebracht und der Malerin Alexandra Knie einen Lehrauftrag erteilt.

Siebdruck ist - neben Hochdruck, Tiefdruck und dem Offsetdruck - das vierte Druckverfahren. Alexandra Knie ist mit dem Siebdruck quasi aufgewachsen; ihr Vater betrieb eine Siebdruck-Werkstatt. Nun leitet die 28-Jährige den FH-Kurs und unterstützt die Studenten bei dem nicht ganz unkomplizierten Verfahren. Denn von der Vorlage bis zum abgeschlossenen Druck braucht es mehrere Arbeitsschnitte. So muss zuerst eine Schablone auf Transparentpapier gezeichnet werden. Anschließend wird diese belichtet, das Drucksieb wird erstellt, bespannt und der Druckvorgang selbst geht dann recht schnell. Alexandra Knie: „Viele Studenten sagen, dass ihnen das körperliche Arbeiten richtig Spaß macht.”

So geht es auch Anna Schölzel. „In meinem Studium sitze ich sonst sehr viel am Rechner, deshalb ist es interessant, jetzt mal wieder etwas mit den Händen zu machen”, sagt die 24-Jährige. Sie studiert an der FH Aachen Kommunikationsdesign im fünften Semester und belegt den Siebdruck-Workshop zusätzlich zu ihren sonstigen Kursen.

Heute will sie unter anderem den Ausschnitt einer Klaviertastatur mit Siebdruck auf ein T-Shirt bringen. Von dem Druckverfahren ist sie begeistert: „Man kann mit so vielen unterschiedlichen Materialien arbeiten: Plastiktüten, Pappe, Holz, Textil - da sind keine Grenzen gesetzt.”
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