Ludwig-Forum: Konzept steht, Mehrheit längst nicht

Von: Matthias Hinrichs
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Aachen. Schon wieder ein Konzept für die Kunst. Allerdings nicht irgend eines: Noch ist der Inhalt der taufrischen, rund 45 Seiten umfassenden Verwaltungsvorlage zur Umgestaltung des Eingangsbereichs am Ludwig-Forum den meisten Entscheidungsträgern unbekannt.

Klar ist allerdings längst, dass die Planung – so oder so – reichlich Brisanz birgt. Am Drehportal zur alten Schirmfabrik scheiden sich quasi die Geister. Ob der Kulturausschuss in seiner Sitzung am 15. Oktober (17 Uhr, Verwaltungsgebäude Mozartstraße), die Tür in Sachen Entrée erneut weit aufstößt, scheint zumindest fraglich.

Denn immerhin schlägt das Projekt – das in den vergangenen Monaten höchst kontrovers diskutiert worden ist – mit rund 300.000 Euro zu Buche. „Wir bleiben damit im gesteckten Kostenrahmen“, erklärte der derzeit zuständige Dezernent Professor Dr. Manfred Sicking am Freitag.

Doch angesichts jüngster Horrormeldungen über Millionen-Einbußen im städtischen Haushalt 2014 lässt sich eben nicht ausschließen, dass mancher Mandatsträger kalte Füße bekommt, während die Rechenmaschinen in der Kämmerei heißlaufen. „Wir werden das mit Sicherheit noch einmal ausloten“, sagt zum Beispiel Hermann Josef Pilgram.

Der Grünen-Ratsherr bringt das Dilemma auf den Punkt: „Wir sind skeptisch, dass eine solche Maßnahme wirklich zu rechtfertigen ist.“ Ob durch eine Umgestaltung des Eingangs und ein – ohnehin sehr bescheidenes – neues gastronomisches Angebot mehr Publikum ins Forum gelockt werde, erscheine äußerst fraglich. „Im Suermondt-Ludwig-Museum haben wir gerade erst erlebt, dass das leider nicht der Fall war.“

Reichlich Gesprächsbedarf sieht auch SPD-Ratsherr Claus Haase. Zwar habe es im Kulturausschuss eine Vorentscheidung gegeben – die Maßnahme soll auf den Weg gebracht werden, wenn das Konzept der Politik zusagt. „Trotzdem stellt sich die Frage, ob man das angesichts der verschärften Haushaltslage so noch vertreten kann“, meint Haase.

Schließlich rauchten die Köpfe der Verantwortlichen dieser Tage mehr denn je unter dem Damoklesschwert des drohenden Nothaushalts – nachdem sich abzeichnet, dass die Landeszuweisungen um satte 70 Millionen Euro gekappt werden.

Unterdessen dürfte die größte Ratsfraktion am Grundsatzbeschluss zur Realisierung festhalten. „Ich denke nicht, dass wir die Marschrichtung ändern“, sagt CDU-Fraktionschefin Maike Schlick. Das unterstreicht auch die Vorsitzende des Kulturausschusses, CDU-Ratsfrau Dr. Margrethe Schmeer.

„Es kann nicht angehen, dass das Forum weiter ohne adäquaten Museumsshop, ohne eine vernünftige Lösung für den Kassenbereich dasteht. Wir müssen jetzt unbedingt etwas tun, um die Wahrnehmbarkeit des Hauses zu verbessern.“ Schließlich sei das Projekt aus Rücklagen des Kulturbetriebs nach wie vor finanzierbar.

Bleibt die Frage, ob es weiter mehrheitsfähig ist. Auch FDP und Linke halten sich da vorerst lieber bedeckt: In jedem Fall müsse das Konzept kritisch geprüft werden, betonten auch FDP-Ratsfrau Ruth Crumbach-Trommler sowie Linken-Fraktionschef Andreas Müller.

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