Aachen - Lousberglauf: Von Wassergymnastik bis Spitzensport

Lousberglauf: Von Wassergymnastik bis Spitzensport

Von: Katharina Redanz
Letzte Aktualisierung:
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Großer Spaß selbst für Rollstuhlfahrer: Unterstützt von seinem Team, bewältigte auch Moritz Henkes den schwierigen Parcours am Ende erfolgreich. Foto: Andreas Steindl
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Sicher ist sicher: Eva Stock (r.) trotzte dem Regen vorsichtshalber mit „Rettungsring“ in Krebs-Gestalt. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Mit Sportschuhen und Laufkleidung war Eva Stock gut gewappnet für den anspruchsvollen Lauf auf Aachens „Teufelsberg“ – allerdings hatte die Studentin über das Outfit noch einen Schwimmring in Gestalt eines Krebses gezogen. Eigentlich eher hinderlich zum Laufen, aber durchaus passend für das regnerische Wetter, bei dem selbst das Aufwärmtraining stark an Wassergymnastik erinnerte.

Am Mittwochabend fand zum 27. Mal der Lousberglauf von RWTH und FH in Kooperation mit der Stadt, dem Studierendenwerk und der Stawag statt. 2000 Laufbegeisterte traten die 5555 Meter lange Strecke an.

Während der Regen pünktlich zum Start nachließ, blieb der Krebs-Schwimmring angezogen: Schließlich wurde er auch spaßeshalber getragen. Sie laufe nicht für eine Höchstleistung, erzählte Eva Stock, sondern weil der Lousberglauf ein schönes Event sei.

„Mein Ziel ist es, als erster Krebs ins Ziel zu kommen“, sagte die Aachener Studentin lachend. Mit dieser, eher gelassenen Einstellung war sie nicht die Einzige: Auch ein Pinguin und ein Affe, ein mehrköpfiger Drache, Prinz Eisenherz und gleich ein ganzes Einhornrudel beispielsweise präsentierten sich beim Laufen auf dem Lousberg. Damit das „Zielbier“ nicht so lange auf sich warten ließ, wurde von manchen einfach ein ganzer Kasten auf die Strecke mitgenommen, Wintersportfreunde outeten sich, indem sie Ski und Snowboard auf den gut fünf Kilometern unter ihre Arme klemmten.

Nächster Triumph für Hudrog

Doch neben all den Läufern, die den Lousberglauf wie in jedem Jahr zu einer bunten Veranstaltung machten, wurden auch in diesem Jahr wieder Höchstleistungen auf der schwierigen Strecke erzielt: Während sich Mussa Hudrog im Vorhinein vor allem angesichts des Wetters noch skeptisch zeigte, kam die Aachener Lauf-Ikone zum wiederholten Male als Erster ins Ziel auf der Rütscher Straße.

„Genau das ist es, was den Lousberglauf ausmacht“, erzählte Caterina Clemens, zuständig für die Gesamtkoordination des Laufs, „hier treffen Breiten- und Hochleistungssport aufeinander, das ist wirklich ein Alleinstellungsmerkmal.“ So war der Lousberglauf auch in diesem Jahr der finale Wettkampf des sogenannten „NRW UniLauf-Cups“, bei dem sich studentische Teams aus ganz Nordrhein-Westfalen mit Läufen in Dortmund, Köln, Münster und Aachen insgesamt vier Mal messen.

Allerdings gingen nicht nur Studenten oder andere Hochschulangehörige an den Start: „Der Lauf steht allen offen, und das ist uns auch ganz wichtig“, so die Prorektorin für Personal und wissenschaftlichen Nachwuchs der RWTH, Doris Klee, die die Hochschule beim Sportevent vertrat. „Der Lousberglauf hat eine große Bedeutung für die RWTH, es ist aber auch ein Event, um den Aachener Bürgern näher zu kommen und zusammen etwas zu erleben.“

Durch den Lousberglauf zum Beispiel könne man sich und den Hochschulsport präsentieren und zusammen mit den Bürgern, die sonst mit der Hochschule nicht so viel zu tun hätten, etwas erleben, sagte Klee. „Hier laufen zudem alle zusammen und neben- einander, da lässt sich nicht unterscheiden zwischen Student, Professor und Mitarbeitern“, fügte ihr Kollege der FH Aachen, Michael Wulf, hinzu. Das sei auch kein alltägliches Bild. „Obwohl wahrscheinlich viele Professoren ausnahmsweise mal ihren Studenten hinterherlaufen“, so Wulf mit einem Lachen.

Aber auch das sei an so einem Abend in Ordnung – schließlich gehe es den meisten wirklich um den Spaß am Sport. Und die, die sich hohe Ziele gesteckt hatten, erreichten diese: So belegten die Lauf-Teams der RWTH die Plätze zwei und drei hinter einem Team der Kölner Uni in der Gesamtwertung des Unilauf-Cups. Und auch die Studentin Eva Stock kam unter vielen anderen Tieren und Gestalten tatsächlich als erster – und einziger – Krebs im Ziel an.

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