Lousberg-Gesellschaft würdigt Couvens 250. Todestag

Von: Marie Eckert
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Barocke Kulturstätte auf dem Lousberg: Am Wochenende wird auch im Kerstenschen Pavillon Musik geboten. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Der Gartenpavillon auf dem Lousberg hat nicht nur einen Namen – um genau zu sein sind es drei. „Couven-Pavillon“ ist wohl der bekannteste, benannt nach dem barocken Künstler Johann Joseph Couven, der das Gebäude entworfen hat. Eine andere Bezeichnung ist das „Gartenhaus Mantels“, benannt nach dem Auftraggeber des Pavillons. Der dritte Name ist der offizielle.

Er lautet „Kerstenscher Gartenpavillon“, denn ein gewisser Kersten war der letzte Besitzer des Häuschens, bevor es an die Stadt übergeben wurde.

Im Innenraum des Häuschens steht im Moment aber der Künstler Couven im Mittelpunkt. Denn in diesem Jahr jährt sich sein Todestag zum 250.

Mal und zu diesem Anlass gibt es in der ganzen Euregio kulturelle Projekte zum Thema „Klangwelten in Couven-Räumen“ – da ist es selbstverständlich, dass es auch im eigens von ihm entworfenen Pavillon einiges zu sehen gibt: Zeichnungen von Couven, die die ganze lange Geschichte, von Entwurf, über Bau bis hin zu seinem Ab- und Wiederaufbau darstellen.

Denn nach dem Bau im Jahre 1740 zwischen Templergraben und Annuntiatenbach ist das Häuschen Stück für Stück, Stein für Stein, abgebaut und 1907 auf dem Lousberg wieder errichtet worden. „Für den Pavillon war mitten in der Stadt einfach kein Platz mehr“, erklärt Sibille Spiegel, Vorsitzende der Lousberg-Gesellschaft.

„Man hört oft, dass 1907 auf dem Lousberg dann erstmal ein großer Steinhaufen lag, bevor die Ziegel – und Blausteine wieder richtig zusammengesetzt wurden.“

Im Burtscheider Kurpark steht ein ähnliches Gartenhäuschen von Couven, das auch eine ähnliche Geschichte hinter sich hat: Erst stand es dort, wo heute die Elisengalerie ist, dann am Seilgraben und schließlich in Burtscheid.

„Der Pavillon ist allerdings nicht begehbar, da er noch nicht restauriert wurde. Daher sind wir so stolz auf den Couven-Pavillon am Lousberg, da er der letzte gut erhaltene ist“, freut sich Spiegel.

Die Lousberg-Gesellschaft war es auch, die den Pavillon vor knapp zehn Jahren von der Stadt angemietet hat und seitdem ganz verschiedene Ausstellungen, Vorträge und Konzerte dort organisiert.

Aktuell hat die Couven-Ausstellung im Pavillon noch bis in den Januar geöffnet, am kommenden Sonntag gibt es die „Serenade im Gartenhaus“, ein Konzert mit Gitarre und Querflöte. „Das ist leichtfüßige Musik, passend zur lockeren Atmosphäre von solch einem Häuschen“, sagt Karlheinz Dannert, Schriftführer und Archivar der Lousberg-Gesellschaft, und schmunzelt.

„Das sind auch zwei Instrumente, mit denen in der Zeit von Couven sicher auch bei Konzerten im Pavillon musiziert worden ist“, vermutet er. Im November hat die Lousberg-Gesellschaft außerdem noch einen Vortrag von Dr. Anke Kappler zu den Entwürfen des Gartenpavillons organisiert.

Zum Konzert am Sonntag hofft Sibille Spiegel noch einmal auf ein paar Sonnenstrahlen: „In den Pavillon passen maximal 40 Leute, im Sommer kann man dann auch mal die großen Flügeltüren aufmachen und auf der Wiese vor dem Häuschen noch mehr Bänke aufstellen.“

Termine zum Todestag

Es wird am Samstag, 28. September, von 14 bis 16 Uhr unter dem Titel „Couvens Spuren in Burtscheid“ ein Rundgang durch diesen Stadtbezirk angeboten. Treffpunkt ist die Kirche St. Johann Baptist am Abteiplatz 2 – 4.

Die Kosten des Rundgangs betragen fünf Euro pro Person; eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Im Anschluss besteht die Möglichkeit, an einer szenischen Führung mit Musik des Theaters 99 durch die Kirche St. Michael teilzunehmen.

Treffpunkt ist ab 16 Uhr wieder St. Johann Baptist. Die Führung trägt den Titel „Dominus providebit – Der Herr wird‘s schon richten… Eine kleine Geschichte rund um den Bau von St. Michael“. Die Führung ist kostenlos; um Spenden wird gebeten.

Die Lousberg-Gesellschaft lädt am Sonntag, 29. September, mit den Aachener Musikern Susanne Schrage (Querflöte) und Hans-Werner Huppertz (Gitarre) um 11 Uhr zu einer Serenade in den Kerstenschen Pavillon am Lousberg, Belvedereallee 1, ein.

Der Eintritt zu dieser „Serenade im Gartenhaus“ ist frei; Spenden werden erbeten. - Weitere Infos zu den einzelnen Veranstaltungen des Projekts gibt es im Internet unter www.couven-klangwelten.de.

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