„Lothringair“: Kreative Party auf offener Straße

Von: Svenja Pesch
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Phänomenale Atmosphäre: Das Straßenfestival „Lothringair“ zog tausende Besucher und Anwohner mit Musik, Kunst und kulinarischen Genüssen an. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Was haben ein Veggie-Burger – also ein fleischloser, vegetarischer Burger – und ein Doppeldeckerbus gemeinsam? In diesem Fall ganz einfach: Sowohl die frisch zubereiteten Brötchen als auch der historische Bus sorgten für gute Laune.

Es gab vieles, was am vergangenen Samstag die Stimmung unter den Besuchern des zweiten Straßenfestes „Lothringair – eine Straße macht Kultur“ hob. Natürlich wurde die Lothringerstraße dazu für den Verkehr gesperrt; Fußgänger bevölkerten den zuweilen im besten Sinne kreativ-chaotischen Bereich zwischen Wilhelmstraße und Oppenhofallee.

Organisiert hatte das Fest der Verein „Lothringair“. So öffneten Ateliers, kleine Lädchen und auch Anwohner ihre Türen für die vielen Gäste. Es wurde mit Nachbarn geklönt, in Geschäften gestöbert – und viel gelacht. Wie viel Lebendigkeit hinter den Hausfassaden steckt, trat nun auf der Straße offen zu Tage. „Hier wohnen schon lange kreative Menschen, was aber nie so richtig zur Geltung kam“, erklärte Andrea Nickisch von „Lothringair.“ So kam die Idee zum Straßenfest, das schon zur Premiere im Vorjahr – geschätzt – rund 3000 Besucher begeisterte.

Populäre Anziehungspunkte wie die Raststätte oder die Werkgemeinschaft „Raum 14“ waren dieses Jahr deshalb erneut vertreten; genauso wie das Atelier „Berg & Kather“, die Malerwerkstatt „Eigenart F97“ und „Prozitron“, wo die Künstlerin Sylvia Nirmaier gemeinsam mit ihren Besuchern ein Kunstwerk erschaffen wollte. Dafür hatte sie auf dem Boden des Werkraumes ein fünf Meter langes Holzbrett ausgelegt, auf dem die Gäste Straßenfundstücke ablegen sollten. „Ich möchte damit die Wahrnehmung der Leute testen. Was schmeißen wir in unserer Gesellschaft eigentlich alles weg und was geht in der heutigen Konsumgesellschaft unter?“, fragte sie sich und ihre Gäste.

Weniger tiefgründig, aber laut und rockig ging es auf der großen „Lothringair“-Bühne zu. Mehrere Bands sorgten für knackigen Sound. Wer sich dort nicht traute, das Tanzbein zu schwingen, konnte sich in aller Ruhe von indischen Tanzdarbietungen und Jazz-Tanz-Aufführungen im Kloster St. Alfons verzaubern lassen.

Vor allem in den Abendstunden verwandelte sich die Lothringerstraße in ein waschechtes Musikfestival. Laute Töne aus jeder Ecke, tolle Musik, ein hingerissenes, euphorisch applaudierendes Publikum: Ein Paradebeispiel bester Straßenfestkultur ist den Veranstaltern, den Mitwirkenden und nicht zuletzt auch den Besuchern gelungen. Auch wenn das Bier in Strömen fließt. Pöbeleien und ähnliche anderswo übliche Streitereien inmitten ausgelassener Menschenmassen gibt‘s hier nicht. Ob‘s am Veggie-Burger lag...?

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