„Lost Places“: Eindrücke von verlassenen und zerfallenen Plätzen

Von: Leon Kirschgens
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Hat den Reiz der verlassenen Plätze entdeckt: Fotograf Sebastian Schwarz, der im Atelierhaus seine Arbeiten zeigt. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Sebastian Schwarz hätte sich wohl keinen besseren Ort vorstellen können. In dem einst morbiden und nun zum Atelierhaus hergerichteten Depot Talstraße stellt er von Sonntag, 16. Juli, bis zum 13. August seine Fotografien aus – aber nicht irgendwelche: Schwarz bezeichnet sich als einen „Urban Explorer“, also einen Großstadtentdecker, der „Lost Places“, also verlassene, teils zerfallene Orte fotografiert.

 So wie das ehemalige Straßenbahn-Depot bis vor kurzem nicht mehr als eine verlassene Industriehalle war, gehören auch zu Schwarz’ Motiven marode Industriehallen, unbewohnte Schlösser und verfallene Villen. Gerade die Tristesse und Traurigkeit, die von jenen Orten ausgehe, wolle er möglichst authentisch darstellen. „Ich möchte die Schönheit des Verfalls einfangen“, sagte Schwarz.

Dass er nun im Atelier im Rahmen des Kulturfestivals „across the borders“ ausstellen kann, ist Susanne Güntner zu verdanken. Die Projektkoordinatorin hat Schwarz bereits vor drei Jahren entdeckt und direkt als junges Talent wahrgenommen. „Was er mit seinen Bildern erschafft, ist eine Reminiszenz an die Vergangenheit; ein authentisches Kopfkino, von dem jeder, der die Bilder sieht, wie von einem Virus angesteckt wird“, sagte sie schwärmend.

Schwarz fotografiert seit 2009 „Lost Places“, die in der Fotografie noch ein recht junges Genre sind. „Schon als Kind fand ich verlassenen Orte spannend“, sagte er, „sie haben etwas Unheimliches, man weiß nie was einen hinter der nächsten Tür erwartet.“ Doch genau wie früher probiere er beim Fotografieren viel aus, oft kämen ihm die Motivideen intuitiv. Mittlerweile reist er durch ganz Europa, hat aber auch einige seiner Fotos in der Aachener Grenzregion gemacht.

Ganz legal seien seine Fotoausflüge dabei nicht immer. „Je nachdem, ob die Häuser überhaupt noch Besitzer haben, darf man die Gebäude nicht immer betreten“, sagte Schwarz. Er achte aber darauf, sehr vorsichtig vorzugehen und nichts zu verändern. Leider komme es immer öfter vor, dass die Häuser oder Hallen zerstört würden.

Rick Takvorian, Festivalleiter vom Kulturbetrieb der Stadt Aachen, sieht in den Fotografien gar etwas „Irrationales“. „Das ist wie eine Geisterausstellung: Man spürt geradezu, dass die Orte einmal lebendig waren, und trotzdem sind sie nun so düster“, sagte er.

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