Aachen - „Lokaler Aktionsplan“: Viele Ideen im Kampf gegen rechten Hass

„Lokaler Aktionsplan“: Viele Ideen im Kampf gegen rechten Hass

Von: Kathrin Albrecht
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Aachen. Ein Blick in die Zeitung beweist, dass Rechtsextremismus auch im Jahr 2012 leider immer noch ein aktuelles Thema ist. Zur Förderung von Toleranz und Demokratie schuf das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend das Programm „Toleranz fördern – Kompetenzen stärken“, das vor Ort zivilgesellschaftliches Engagement gegen Rechtsextremismus und Diskriminierung fördert.

Auch in Aachen ist ein Lokaler Aktionsplan gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus, kurz LAP, seit Mitte 2011 aktiv. Hinter dem sperrigen Titel verbirgt sich eine Initiative, die lokale Projekte finanziell in der Projektarbeit unterstützt. Koordiniert wird dies von der Volkshochschule und der Einrichtung „Arbeit und Leben“ des DGB Aachen.

Auch „Pro NRW“ in Aachen aktiv

Unter dem Titel „Ein Blick nach vorn, zwei Schritte zurück“ zogen Winfried Casteel und Dominik Clemens vom LAP jetzt eine erste Bilanz. Durch die Veranstaltung führte Carmelita Lindemann, die an der VHS im Fachbereich Politische Wissenshaft arbeitet. 25 kleinere und größere Projekte werden in der Region gefördert. Wie wichtig dieses Engagement ist, stellte der Journalist Michael Klarmann heraus, der als Gast eingeladen war.

Trotz des Verbotes der Kameradschaft Aachener Land sei das Problem in der Region immer noch virulent. „Die Gruppierung ist verboten, aber die Leute, die dahinter stehen, bleiben aktiv“, sagte er und wies darauf hin, dass sich das Problem nicht nur auf die KAL beschränke. Ein anderes Beispiel sei die Gruppierung „Pro NRW“, die auch in Aachen Fuß gefasst habe und bei der nächsten Kommunalwahl für den Stadtrat kandidieren wolle.

Im Rahmen des Bilanzberichtes besuchte Klarmann die geförderten Projekte und zeigte sich beeindruckt von der Vielfalt. Stellvertretend wies er auf zwei Projekte hin. Zum einen die Bierdeckel-Aktion der Jusos, die gängige diskriminierende Stammtisch-Parolen buchstäblich umdrehen. Auch zwei Aktionen der Initiative „Aachen-Ost – was geht?“ hinterließen Eindruck, weil sie das Bewusstsein für Toleranz auch unter Migranten im Umgang miteinander schärfen.

Projekt läuft bis Ende 2013

Auch zukünftig soll es mit der Arbeit des Lokalen Aktionsplans in Aachen weitergehen. Von den 100 000 Euro, die der Bund für die Förderung der Projekte zur Verfügung gestellt hat, sei noch etwas im Topf, so Dominik Clemens. Er lobte das breite zivilgesellschaftliche Engagement in Aachen, das „quer durch alle politischen Parteien“ gehe, wünschte sich aber vor allem im Bereich der Migranteninitiativen und der gewerkschaftlichen Jugendarbeit noch mehr Bewerbungen.

Ein Antrag auf Weiterförderung für das Projekt, das noch bis Ende 2013 läuft, sei ebenfalls schon gestellt. Wird er bewilligt, stünden für 2014 weitere 80 000 Euro zur Verfügung. Bewerben können sich alle Initiativen auf zivilgesellschaftlicher Basis, beispielsweise Vereine oder Kirchengemeinden. Bei Schulen sei die Sache komplizierter, so VHS-Experte Winfried Casteel, da diese staatliche Einrichtungen seien. Doch auch hier gebe es Möglichkeiten.

Magere Besucherzahl

Fazit: Einziger Wermutstropfen mag die etwas magere Besucherzahl gewesen sein. Besonders der Gastauftritt des Kölner Nö-Theaters mit ihrem Stück „V wie Verfassungsschutz“ hätte mehr Zuschauer verdient gehabt.

Infos zur Arbeit der LAP sowie zu Fördermöglichkeiten und Antragstellung gibt es unter www.lap-aachen.de.

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