„Lokale Familienzeitpolitik”: Nach Feierabend Zeit für die Kinder haben

Von: Tim Habicht
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Aachen. Morgens die Kinder in die Kita bringen, danach zur Arbeit fahren oder den Haushalt in Ordnung bringen und am Abend noch schnell einkaufen sowie kochen. Da bleibt kaum Zeit für das gemeinsame Familienleben. Aber Zeit spielt eine entscheidende Rolle in jedem Haushalt.

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) möchte in Aachen und Herzogenrath sowie drei weiteren bundesweiten Standorten „Lokale Familienzeitpolitik” durch praktische Projekte greifbar machen und als eigenständiges Handlungsfeld in die Familienpolitik aufnehmen.

Schirmherr der Aktion und Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp unterstreicht: „Wir können als Stadt mit diesem Projekt Vorreiter sein und unsere Bereitschaft zur Verbesserung dieser Angelegenheit signalisieren.” Denn für viele Arbeitnehmer ist das Thema Familienzeit in den letzten Jahren immer wichtiger geworden.

Flexible Arbeitszeiten, mobiles Arbeiten oder eine Kinderbetreuung während der Beschäftigung - das ist den meisten sogar wichtiger als ihr Gehalt. Petra Mackroth vom Bundesfamilienministerium weiß: „Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die nötige Zeit für das Familienleben ist ein großer Einflussfaktor auf die Lebensqualität.”

Genau deswegen soll an verschiedenen Handlungsfeldern gearbeitet werden: Die Infrastruktur, beispielsweise in Sachen Kinderbetreuung oder Familienunterstützenden Dienstleistungen, soll ausgebaut, die kommunale Familienzeitpolitik gestärkt und die Familien- sowie Arbeitszeitregelungen sollen angepasst werden.

In Aachen sind die Zielgruppen im ersten Schritt Studenten, Schichtarbeiter und Pendler. „Wir möchten die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern und damit eine Grundlage für das Wohlergehen von Familien schaffen”, so Petra Mackroth. Diese Angebote sollen sich an alle richten, nicht nur an gut verdienende Eltern. Außerdem ermöglichen Projekte zum familienfreundlichen Arbeiten einen Standortvorteil für Aachen.

Ute Lysk von der Fachberatung Lokale Bündnisse für Familie ist sich sicher: „Die Unternehmen erkennen die Bedeutung von Familienzeit und bauen dementsprechend aus. Insgesamt werden viele Unternehmen familienfreundlicher - auch wenn sich noch einiges verbessern lässt.”

Dass dies nicht immer einfach ist, stellt Dietmar Klose, Direktor Personal von Lindt & Sprüngli, heraus: „Es gibt Spielräume, aber leider nicht überall. Manche Arbeitsplätze sind verkettet, da ist es schwer, Teilzeitarbeit anzubieten.” Dennoch versuche man mit einem Wäscheservice oder der Kantine, aus der man auch das Essen für die ganze Familie mit nach Hause nehmen kann, auf die Wünsche der Mitarbeiter einzugehen. Damit Eltern auch nach Feierabend und unter der Woche mehr Zeit für ihre Kinder haben.
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