Locker und gelöst: Philipp startet in den OB-Alltag

Von: Robert Esser Und Thorsten Karbach
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Gelöst Richtung Rathaus: Marcel Philipp wird am 21. Oktober der neue Oberbürgermeister und damit Dr. Jürgen Linden beerben. Sein Leben als Malermeister wird er hinter sich lassen, er zieht sich als geschäftsführender Gesellschafter aus dem Familienbetrieb zurück. Foto: Andreas Hermann

Aachen. Schlaf bleibt Mangelware. Fünfeinhalb Stunden nach dem letzten Glas Sekt in der Wahlnacht sitzt Marcel Philipp, Aachens nächster Bürgermeister, schon wieder im Büro. Glückwünsche sortieren, beantworten. Dank sagen.

Schwester Anja meldet sich aus den USA, Landesvater Jürgen Rüttgers aus Düsseldorf. Zahllose E-Mails, Anrufe, Blumen treffen ein. „Das macht Spaß”, sagt er dabei und lächelt. Philipp wirkt am Montag beim Treffen in den CDU-Fraktionsräumen am Katschhof locker und gelöst.

Als ob ihm der Sieg mit 43,31 Prozent der Stimmen das steife Wahlkampfkorsett entrissen hat. „In den vergangenen Wochen kam alles, was ich getan und gesagt habe, auf den Prüfstand. Das war enorm anstrengend”, erklärt der 38-Jährige. Jetzt hat sich die Anspannung gelöst. Erstmal. Denn die Sondierungsgespräche mit möglichen Koalitionspartnern für den Stadtrat laufen schon. Anberaumt sind Sitzungen mit dem Fraktionsvorstand, der Städteregionsfraktion, dem Kreisvorstand und dem erweiterten Kreisvorstand.

Zwischen zwei Terminen trifft Philipp auf dem Fraktionsflur zufällig den FDP-OB-Kandidaten Wilhelm Helg. Man umarmt sich herzlich, fast freundschaftlich. Helg sagt, man werde bestimmt weiterhin vertrauensvoll zusammenarbeiten.

Philipp bleibt realistisch: „Leider ergeben herzliche Glückwünsche noch keine politische Mehrheit.” Für die CDU gibt es nun zwei Möglichkeiten: Ein Bündnis mit den Grünen oder eine große Koalition mit der SPD - sonst droht die Versetzung in die Opposition. „Die größte Fraktion muss am Ende auch entscheidende Kraft sein”, sagt Philipp - ansonsten würde er rot sehen - oder eben rot-gelb-grün.
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