Aachen - Lkw-Verbot droht, aber kontrollieren wird´s niemand

Lkw-Verbot droht, aber kontrollieren wird´s niemand

Von: Stephan Mohne
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Dicke Luft an der Wilhelmstraße: Dort schwirrt dieses Jahr mächtig viel Feinstaub herum. Was so auch von der ortsansässigen Messstation des Landes registriert worden ist.

Bis Diesntag war der zulässige Grenzwert bereits an 27 Tagen dieses Jahres überschritten worden. Kommen bis Jahresende noch acht Tage hinzu, was nicht gerade unrealistisch ist, muss die Stadt zwischen Kaiserplatz und Normaluhr zu den Hauptverkehrszeiten als Sofortmaßnahme wohl vorübergehend ein Lkw-Fahrverbot verhängen.

Im mit der Bezirksregierung abgestimmten Luftreinhalteplan ist von „unverzüglich” die Rede. Das wiederum ist allerdings Auslegungssache. Laut Stadt bedeutet unverzüglich den Zeitpunkt, an dem das Land die Zahlen für 2009 offiziell bekanntgibt. Das allerdings werde erst im April der Fall sein, weil die täglichen Werte „Messungenauigkeiten” hätten, die erst noch nachzurechnen sind.

Stadt in den Startlöchern

Die Stadt steht dennoch schon in den Startlöchern. Klettert die Zahl der Tage deutlich über 35, werde man dem Endergebnis wohl vorausgreifen und vorab tätig werden, so Axel Costard vom Presseamt. Schon 2007 war die „magische Grenze” überschritten worden, auch damals musste es Sofortmaßnahmen geben.

Insbesondere ging die Stadt mit erhöhtem Personalaufwand gegen das Parken in zweiter Reihe vor und schrieb serienweise Knöllchen. Doch auch das hat offenbar wenig gefruchtet. Mitentscheidend für die hohe Feinstaubbelastung ist nämlich auch die Wetterlage - und die ist in dieser Hinsicht dieses Jahr in Aachen ungünstig. Was mittlerweile dazu geführt hat, dass die Station an der Wilhelmstraße unter den rund 60 Landesmesseinrichtungen in NRW einen traurigen sechsten Platz einnimmt.

Bleiben hinsichtlich des Fahrverbots allerdings zwei Fragen: Was bringt das, und wer kontrolliert das? Beim Nutzen ist man städtischerseits skeptisch. Schließlich werde der Verkehr nur verlagert, was dann wieder in anderen Bereichen die Werte hochtreibt. Das ist auch ein Grund, warum die Stadt mit etlichen Luftreinhaltemaßnahmen - verbesserter ÖPNV, Ausbau der Fernwärme, weniger Emissionen durch „Hausbrand”, mehr Job-Tickets und, und, und - die weitreichenden „Umweltzonen” nach Kölner Vorbild umschiffen will. Ob sie das schafft, wird nächstes Jahr überprüft.

In Sachen Kontrolle des Lkw-Fahrverbots deutet sich allerdings ein ähnliches Dilemma wie am Elisenbrunnen an: Die Stadt verweist auf die Polizei, schließlich gehe es ja auch um eine Anordnung des Landes. Polizeisprecher Michael Houba betonte auf Anfrage hingegen, man werde keine gezielte Überwachung an der Wilhelmstraße betreiben. Komme ein Streifenwagen zufällig vorbei, werde ein Verstoß auch geahndet - so nicht gerade ein wichtigerer Einsatz anstehe. Michael Houba: „Generell bekämpfen wir jedenfalls vorrangig die Hauptunfallursachen.”
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