Aachen - LKW auf dem Außenring: „Gefahr für die Kinder”

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LKW auf dem Außenring: „Gefahr für die Kinder”

Von: Sarah Siemons
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Irgendwie kann Max Pohlmann sie ja verstehen - die Fahrer der großen Lastwagen, die statt der Autobahn lieber über den Aachener Ring fahren. Er kann auch die riesigen Traktorchauffeure verstehen, die auf ihrem Weg zur Biogasanlage Grüne Eiche ebenfalls über die Salier- und Siegelallee, die Eupener- und St.Vither Straße brettern.

„Es ist in der Regel ja der kürzere Weg. Doch wer versteht uns?”, fragt der Sprecher der Bürgerinitiative „Interessengemeinschaft gegen Mautflucht und Schwerlastverkehr Aachen Süd” (IMAS). Pohlmann wohnt seit 1995 an der viel befahrenen Salierallee, gemeinsam mit Michael Adams setzt er sich seit Jahren für eine Verkehrsberuhigung im Südviertel ein. „Es ist nicht nur laut, die Erschütterungen verursachen nachweisbare Schäden an den Gebäuden, außerdem stinkt es”, erklärt Pohlmann. „Dazu kommen der unsichtbare Feinstaub und die zunehmende Gefahr für unsere Kinder”, sagt Adams, der sich nicht selten um seinen elfjährigen Sohn Thorben sorgt.

Wegen all dieser Gründe hat die IMAS eine Unterschriftenaktion gestartet, dieser haben sich innerhalb kürzester Zeit über 1100 Menschen angeschlossen. „Wir fordern ja nichts Unmögliches, doch so darf es nicht weiter gehen”, sagt Pohlmann. Natürlich sei ihm schon beim Einzug bewusst gewesen, dass der Ring vielbefahren ist, deshalb hat er auch acht Lärmschutzfenster angebracht. Doch dass sich sein „lebenswertes Viertel”, wie er es nennt, so entwickeln würde, hat er nicht erwartet. Dagegen möchte er etwas Unternehmen.

Eine Ausschilderung der Autobahn sei zum Beispiel eine der Forderungen. „Man kann es Ortsunkundigen nicht verübeln, dass sie auf dem Weg nach Belgien oder in die Eifel hier vorbei kommen, es wird ihnen ja keine Alternative gezeigt”, sagt Adams. Helfen würde auch ein Tempolimit von 50 Km/h auf Teilstrecken zwischen Burtscheid, Siegel und Ronheide. „Doch all´ unsere Vorschläge wurden von der Stadtverwaltung bislang abgelehnt”, erklärt Pohlmann, der stellvertretend für zahlreiche Anwohner nun Klage beim Verwaltungsgericht eingereicht hat. „Denn die Gründe, mit denen unsere Ideen abgelehnt wurden, erscheinen uns nicht gerechtfertigt.”

Das sei jedoch nur ein Weg, den die IMAS im Kampf gegen die schweren Lkw geht. Darüber hinaus hat die Interessengemeinschaft Kontakt zu allen Ratsparteien aufgenommen und Gespräche geführt. „Und drittens gehen wir jetzt an die Öffentlichkeit”, sagt Adams. So seien Proteste in der nächsten Sitzung des Verkehrsausschusses geplant. Denn statt einer Verbesserung rechnen die Anwohner nun sogar damit, dass die Situation noch schlimmer wird. „Der Aachener Ringsoll zur Bundesstraße aufgestuft werden”, sagt Pohlmann. „Mit der Begründung der Stadt, dass der Ring ja bereits wie eine Bundesstraße genutzt werde. Das ist doch keine Begründung!”
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