Aachen - Liza Kos begeistert im Franz mit ihrem neuen Bühnenprogramm

Liza Kos begeistert im Franz mit ihrem neuen Bühnenprogramm

Von: Peter Schopp
Letzte Aktualisierung:
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Verwandlungsfähig im Franz: Als „Einur“ nimmt Liza Kos wunderbar Klischees aufs Korn. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. „Alles Liebe nachtragend“! Wer nicht gleich versteht, worum es hier geht, kennt Liza Kos nicht. Oder Lizusha! Oder Svetlana Kalashnikova! Oder Einur, die Türkin! Das alles ist Elizaveta Kostyuk, in Aachen und der (noch) engeren Umgebung besser bekannt unter ihrem Künstlernamen Lizusha.

Neuerdings nennt sie sich Liza Kos, und unter diesem Namen ist auch ihre aktuelle CD mit dem eingangs erwähnten Titel erschienen.

Pünktlich zum Erscheinen des neuen Tonträgers steht auch ihr erstes großes Soloprogramm. Und so verwirrend auch die unterschiedlichen Namen ihres Programms erscheinen, so klar und unaufgeregt steht sie auf der Bühne des Franz. Man erkennt schnell, dass man es im besten Sinne mit einer „Rampensäure“ zu tun hat. Auch wenn ihre Figur Einur, die Türkin, eine spezielle Ansicht zu Schweinefleisch hat.

Liza ist geschaffen für den Auftritt vor Publikum. Ihre herausragenden stimmlichen Fähigkeiten bilden das Gerüst für die Texte, die immer mit einem Augenzwinkern die Alltagsprobleme zwischen den Kulturen aufs Korn nehmen. Das gilt nicht nur für die herrlich komisch und pointiert vorgetragenen Lieder, sondern auch für die Wortbeiträge, bei denen sich sowohl Svetlana Kalashnikova als auch Einur immer wieder im deutschen Sprachdschungel verirren.

Sie spielt auf kokette Art und Weise mit den gängigen Klischées: Russinnen tragen immer Minirock und weiße Stiefel, bei den Türken gilt das Patriarchat und eine Türkin muss sich unterordnen. Oder erst mal „intrigieren“! Deutsche Männer können zwar nicht ihre Frauen verteidigen, aber Müll trennen. Und bei den Feministinnen von Femen ist Liza auch nicht angenommen worden. Busen zu klein, kein Platz für Text!

Liza schafft es, den Zuhörern etwas von ihrer ganz persönlichen Gefühlswelt zu vermitteln – angesiedelt zwischen Wodka und Sauerkraut, Russisch und Öcher Platt wird deutlich, dass sie den Spagat zwischen den Kulturen liebt und schafft! Einer der Glanzpunkte an diesem Abend ist ihre gesangliche Liebeserklärung an Deutschland. Immer wieder wird das Publikum aktiv eingebunden und aufgefordert, türkisch zu lernen oder das „rollende Russen-R“ zu üben.

Es ist mehr als augenscheinlich, dass Elizaveta Kostyuk in Russland musikalisch großartig ausgebildet ist. Das Wort Integration bekommt bei ihr Inhalt. Sie versieht es mit Leben, wenn sie die kleinen banalen Geschichten erzählt, die einen durchaus sowohl zum Lachen als auch zum Innehalten anregen.

Mit ihrem ersten großen Abendprogramm vollzieht Liza Kos einen weiteren Schritt auf ihrer ganz persönlichen Karriereleiter. Obwohl die russische Frau eigentlich wegen des Geldes heiratet, dürften sich derartige Abhängigkeiten für sie hoffentlich bald erledigt haben. Und wenn dann der ganze Saal noch ein Geburtstagsständchen singt, wird klar: Die Premiere ist vollauf gelungen.

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