Aachen - Live-Hörspiel „Farm der Tiere“: Der Ton macht die Musik

Live-Hörspiel „Farm der Tiere“: Der Ton macht die Musik

Von: Rauke Xenia Bornefeld
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Setzen ganz auf den passenden Ton: Eike Hannemann (Regie) und Gesa Lolling (Dramaturgie) freuen sich auf die Hörspiel-Inszenierung von "Farm der Tiere" im Mörgens. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Wer in den 1970er Jahren geboren wurde, ist fast unvermeidlich mit Abenteuern der „Drei ???“ und „Fünf Freunden“ auf Kassette aufgewachsen. Eike Hannemann, Jahrgang 1976, ist ein Mann aus dieser Hörspiel-Generation. Aber statt die Kassetten einfach irgendwann auszusortieren, hat er das Format des „Live-Hörspiels“ fürs Theater entdeckt und kultiviert. Seine Inszenierung von George Orwells „Farm der Tiere“ feiert am Donnerstag, 8. Januar, um 20 Uhr Premiere im Mörgens.

Ein großer Holztisch mit Unmengen von Requisiten darauf und darunter sowie jede Menge Mikrofone – das ist sozusagen das Bühnenbild. Davor und drumherum Torsten Borm, Björn Jacobsen und Felix Strüven. Jeder der drei spielt fünf oder sechs Rollen und ist obendrein sein eigener Geräuschemacher. „Sie werden ohne Frage in vielen ihrer Nebenfähigkeiten gefordert“, meint Hannemann lachend. „Nach 90 Minuten raucht ihnen der Kopf.“ Das Ziel: Die Geschichte muss „allein auf der Tonspur“ funktionieren, wie Dramaturgin Gesa Lolling erklärt. Auf der Suche nach tragenden Klängen und Geräuschen scannen die beiden mittlerweile automatisch ihre Umgebung ab.

Die „Farm der Tiere“ hat George Orwell 1945 als Fabel auf die Oktoberrevolution in Russland geschrieben. Zunächst vertreiben die Tiere gemeinschaftlich die Farmer und befreien sich von der Unterdrückung durch die Menschen. Alle sind gleich, bis es irgendwann einige gibt, die doch „gleicher“ sind.

„Den ursprünglichen historischen Bezug lassen wir außen vor. Doch die Revolutionen besonders der jüngeren Vergangenheit schwingen natürlich immer mit“, verweist Hannemann auf die immer wiederkehrenden Abläufe von politischen Umstürzen bis in die heutige Zeit. Das macht auch der „Zitate-Beutezug“ von Hannemann durch die revolutionäre Geschichte der Welt deutlich, mit dem er die Theatervorlage von Peter Hall bestückt hat.

Auch wenn die akustische Landschaft beim Live-Hörspiel eine unbestreitbare Hauptrolle spielt – zu gucken gibt es natürlich trotzdem etwas. Wie entstehen die Geräusche eines Lagerfeuers, wie lässt sich akustisch ein Huhn schlachten? „Das birgt natürlich bei aller Dramatik eine gewisse Komik“, findet Hannemann. „Aber jeder bestimmt sein Kino im Kopf selbst. Manche Szenen können durch die Intensität des Geräuschs sogar brutaler sein, als es auf der Bühne darzustellen wäre.“

Dass er das Publikum packen kann, hat Hannemann mit „Verrücktes Blut“ am Theater Aachen erfolgreich bewiesen. Seine Inszenierung geht mittlerweile in die dritte Spielzeit. Auch für die Premiere von „Farm der Tiere“ gibt es nur noch ein paar Restkarten. Weitere Vorstellungen sind am 17. und 24. Januar sowie am 14. Februar. Eine Kostprobe gibt es am Montag, 5. Januar, 20 Uhr. Dann ist der Eintritt frei.

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