Literatur live erleben: Norbert Scheuer mit besonderem „Unterricht“ am KKG

Von: Julia Esser
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Lesung und Diskussion am KKG: Der Autor Norbert Scheuer wurden von Schülerin Johanna Klutmann vorgestellt. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Kein alltäglicher Besuch, den Schülerin Johanna Klutmann am Kaiser-Karls-Gymnasium (KKG) begrüßte: Der Schriftsteller Norbert Scheuer war für eine Vorlesung gekommen.

Zwei Wochen lang hatten sich die Schülerinnen und Schüler eingehend mit seiner Literatur beschäftigt, „Die Sprache der Vögel“ und „Kall, Eifel“. Anschließend wurden dazu Thesenpapiere erstellt, die dem Unterricht dienten – aber auch als Projektbeschreibung für den Deutschen Literaturfonds. Letzterer unterstützt das Engagement der Schüler, indem er die Kosten der Vorlesung übernimmt. Initiator dieses Stoffes außerhalb des Lehrplanes war Deutschlehrer Heribert Körlings, der Scheuers Bücher privat gelesen hat und begeistert ist.

Das Gesicht hinter den Büchern

So besuchte Scheuer das KKG, um den Schülerinnen und Schülern der Oberstufe etwas aus seinen Lektüren vorzulesen und Fragen zu beantworten. Sie waren besonders gespannt, das Gesicht hinter den Büchern und Romanen kennenzulernen. „Wir waren alle sehr überzeugt von seinen schnörkellosen Beschreibungen. Sie sind irgendwie überraschend, aber auch passend“, eröffnete Johanna Klutmann die Lesung.

Überraschend startete Scheuer mit einem Auszug seines neuen, noch unveröffentlichten Romans und ermunterte sein Publikum, im Anschluss Kritik zu üben.

Und die Fragerunde wurde zum Selbstläufer. Die Schülerinnen und Schüler stellten ihm Fragen zu den Personen und Geschichten seiner Romane, zu seiner Inspiration und Arbeitsweise. Ganz bodenständig, offen und vor allem verständlich beantwortete er jede einzelne Frage.

„Ich schreibe in unterschiedlichen Phasen: Erst habe ich meine handschriftliche Phase, wo ich jeden Tag drei, vier Stunden einfach drauf los schreibe. Danach tippe ich das Ganze einfach ab. Und dann beginnt erst die richtig anstrengende Arbeit. Dann sitze ich auch schon mal zehn bis zwölf Stunden am Computer“, erklärte er. Denn wenn man anfinge, den Text wieder und wieder durchzulesen und zu bearbeiten, ginge irgendwann der Glanz der Geschichte verloren.

Auch die Schaustätte, seine geliebte Eifel, bleibt erhalten: „Man soll doch beschreiben, was man sieht und das möglichst uneitel. In der Eifel kenne ich mich aus, woanders müsste ich wahrscheinlich erst mal sechs Jahre Wohnen, ehe ich etwas darüber schreiben könnte“, so Scheuer. Zum Schluss las er einen weiteren Auszug aus einem anderen Roman und signierte die Ausgaben der Schülerinnen und Schüler.

Für Heribert Körlings und Schuldirektor Jürgen Bertram war die Veranstaltung ein toller Erfolg: „Wir freuen uns, dass die Romane und die Vorlesung auf so großes Interesse bei den Schülern gestoßen ist. Das ist sicherlich ungewöhnlich für so junge Leute“, so Bertram.

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