Literarische Sommer beginnt mit Ernest van der Kwast

Von: Christopher Rudolph
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Sind von der Qualität der Lesungen überzeugt: (v.l.) Christian Cadenbach, Barbara Hoppe-Vennen, Dr. Walter Vennen, Oliver Vogt und Susanne Güntner. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Für kulturelle Abwechslung in den warmen Monaten bietet das Projekt „Literarischer Sommer“ eine abwechslungsreiche, literarisch anspruchsvolle Reihe von Lesungen im Raum Aachen. Seit nunmehr 16 Jahren ist das Projekt in der gesamten deutsch-niederländischen Grenzregion vertreten.

Aachen ist zum achten Mal Partnerstadt dieses grenzübergreifenden Literaturfestivals: Kerkrade, Vaals und Aachen sind in diesem Jahr die Austragungsorte in der Region. Susanne Güntner, Koordinatorin des Projektes von Seiten der Stadt Aachen, empfiehlt die Lesungen den daheimgebliebenen Literaturinteressierten als „ausgezeichnetes Programm“ um sommerlicher Muße nachzugehen und um mit Autoren und Lesern ins Gespräch zu kommen.

Den Auftakt macht am Abend des Mittwoch, 8. Juli, Ernest van der Kwast auf dem Lousberg, in dessen Säulengelände er aus seinem Roman „Fünf Viertelstunden bis zum Meer“ lesen wird. Der in Südtirol lebende junge niederländische Autor mit indischen Wurzeln entführt die Zuhörer in eine sinnliche, intellektuell anspruchsvolle und autobiografisch geprägte Liebesgeschichte ins italienische Lecce des Jahres 1945.

Weiter geht es erst am Sonntag, 9. August, im Rahmen des „across the borders“-Festivals zum EM-Special: Clemens Meyer wird aus seinem Roman „Von Hunden und Pferden“ im Capitol-Kino am Seilgraben (11.30 Uhr) lesen, gefolgt von der Vorführung der preisgekürten Verfilmung dieses Werkes. Der Roman handelt von der Entwicklung der Beziehung eines einsamen alten Mannes zu seinem kranken, leidenden Hund. Eine menschliche, eigentlich alltägliche, Tragödie wird durch authentische Schilderungen des Autors zum spannenden Thriller.

„30 Jahre im Büro“

Am 11. August liest der Bestseller-Autor Klaus Modik in der Bibliothek Kerkrade (Bibliotheek, Einderstraat 21) und am Mittwoch, 12. August, in der Buchhandlung Schmetz am Dom am Münsterplatz aus seinem Buch „Konzert ohne Dichter“. Es handelt von einer schwierigen Künstlerfreundschaft, der Liebe und bietet Einblicke in die Wirrungen der Worpsweder Künstlerkolonie zu Anfang des 19. Jahrhunderts.

Auf Aachener Boden wird der Literarische Sommer mit der Lesung des Buches „Das Büro. Direktor Beerta“ von J. J. Voskuil am Freitag, 14. August, abgerundet. Als dritte Station der Ringlesung (Krefeld, Mönchengladbach, Aachen) im Rahmen des Literarischen Sommers liest der Schauspieler Christian Cadenbach im Theater K im Tuchwerk am Strüverweg das dritte Kapitel des 845 Seiten langen Buches aus der 5200 Seiten umfassenden Bandreihe von J. J. Voskuil, welches in den Niederlanden Kultstatus erlangte.

So simpel der Titel des Buches auch klingen möge, so sehr scheint der Inhalt die Leser zu faszinieren: Die kleinen Dinge des Büroalltags in Echtzeit und ohne eindeutigen Plot machen laut Cadenbach die Spannungen des Werkes aus, denn eigentlich gehe es nur um „30 Jahre im Büro“.

Beschlossen wird das gesamte Projekt letztlich am Dienstag, 18. August, in Vaals in der Heuvellandbibliotheken (St. Jozefplein 51) mit Dorian Steinhoffs Lesung aus „Das Licht der Flammen aus unseren Gesichtern“: Eine Erzählung von Glück, Unglück und Zufall aus dem Leben verschiedenster Menschen. Das Literaturfestival im Aachener Raum wird einstimmig von allen Beteiligten Organisatoren als eine interessante und kulturell wertvolle Veranstaltung gesehen, welche für grenzübergreifende Literatur eine gute Werbung darstellt und Banden knüpfen kann.

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