Aachen - Linksabbieger stehen in Aachen auf der Streichliste

Linksabbieger stehen in Aachen auf der Streichliste

Von: Robert Esser
Letzte Aktualisierung:
Kreuzung zu klein? Aus der Kle
Kreuzung zu klein? Aus der Kleinmarschierstraße darf man eigentlich nicht mehr links in den Kapuzinergraben fahren - was dieser Autofahrer wie viele andere ignoriert. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Wo kriegt wer die Kurve? Die Stadt Aachen will immer mehr potenzielle Linksabbieger auf den rechten Weg bringen. Natürlich rein verkehrstechnisch. Nicht immer führt dies zur Entschärfung von Gefahrenstellen oder zu weniger Staus - im Gegenteil.

Jüngstes Beispiel dafür, wie man flüssigen Kreuzungsverkehr durch neue Markierungsarbeiten zum Stocken bringt, ist die Ecke Joseph-von-Görres-Straße/Peliserkerstraße. Früher stand Autofahrern dort stadteinwärts eine Linksabbiegerspur neben der Geradeaus- und Rechtsabbiegerspur zur Verfügung.

Die Linksabbiegerspur wurde nun ersatzlos (weg)gestrichen. Stattdessen hat man einige Parkplätze, die früher weiter von der Kreuzung entfernt lagen, bis an die Straßenkreuzung vorverlegt - und damit den Einmündungsbereich künstlich verengt. Denn um die vorverlegten Parkplätze führt außerdem ein neuer Radfahrschutzstreifen.

Eine neue Engstelle für tausende Kunden - Absicht?

Wenn ein Pkw-Pilot nun an besagter Kreuzung von der Peliserkerstraße nach links die Joseph-von-Görres-Straße hinauf fahren will, muss er natürlich den Gegenverkehr passieren lassen - und blockiert dadurch sämtliche Autos hinter sich. So entstehen im Berufsverkehr erhebliche Staus, die demnächst wohl noch wachsen dürften. In unmittelbarer Nähe baut nämlich gerade ein Lebensmitteldiscounter einen riesigen Supermarkt. Tausende Kunden werden die neu konstruierte Engstelle dann täglich passieren müssen.

Gescheiterte Planung

Die Stadt findet die neue Markierung indes „völlig unproblematisch”. Der Wegfall der Linksabbiegerspur sei den neuen Parkplätzen und dem Radstreifen geschuldet, teilte das Presseamt auf AZ-Anfrage mit. Warum man die Parkzone - trotz naheliegender Alternativen - so weit an den Kreuzungsbereich vorgezogen hat, konnte man am Dienstag allerdings nicht begründen.

Ähnlich scheitern die städtischen Verkehrsplaner bei der Neumarkierung der Kleinmarschierstraße. Wer das Kopfsteinpflaster verlassen will, darf nämlich auf der Kreuzung nicht mehr links in den Kapuzinergraben einbiegen. So schreibt es ein Extra-Verkehrsschild vor, sogar die Richtungspfeile auf dem holprigen Boden wurden entsprechend modifiziert. Die Stadt teilt hierzu mit, man wolle den Verkehrsabfluss aus der Kleinmarschierstraße beschleunigen - deswegen das Linksabbiegeverbot. Auf der Kreuzung der Hauptverkehrsachsen sei „zu wenig Platz”, heißt es.

Beobachtungen vor Ort ergaben allerdings, dass viele Autofahrer das Verbot ignorieren - und problemlos die verbotene Route einschlagen. Zumindest bis zum Sommer 2012 - bis dahin belasten Bauarbeiten am Brot-Schneider-Platz den Verkehr zusätzlich - soll die Regelung bestehen bleiben.

Von einem weiteren Verbot erhofft man sich künftig mehr Sicherheit. Die Kreuzung Adalbertsteinweg/Oranienstraße ist deswegen für Linksabbieger tabu. „Dort gab es innerhalb eines Jahres vier schwere Unfälle, da hat die Unfallkommission das Abbiegeverbot empfohlen”, so das Presseamt. Hier ist wegweisende Verkehrspolitik unstrittig - rechts wie links.

Frankenberger Viertel: Gefährlicher Höhenunterschied bei der Straßensanierung

Gefährlicher Fehler: Im Rahmen der Straßensanierung im Frankenberger Viertel ist eine risikoreiche Gefahrenstelle entstanden. An der Einmündung Turpinstraße/Viktoriaallee (Umfahrung der Kirche Herz Jesu) konstruierten die Verkehrsplaner eine etwa 50 Zentimeter breite und entsprechend tiefe Muldenrinne unmittelbar neben der neuen Aufpflasterung, mit der die Turpinstraße beginnt. Dadurch entstand eine Kante quer über die Fahrbahn, die selbst bei Tempo 30 brachial durchschlägt. So drohen aber nicht nur Schäden an Reifen und Felgen. Auch Fahrrad- und Motorradfahrer sind nun wesentlich mehr gefährdet als vor dem Straßenumbau.

„Die Gefahr ist jetzt erkannt”, so Axel Costard vom Presseamt. „Die Kombination dort ist tückisch und wird in den kommenden 14 Tagen entschärft.” Die Fehlerbehebung soll mehrere tausend Euro kosten.

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