Linke will auch ohne Lok in die erste Liga

Von: Lars Odenkirchen
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Wollen im neuen Zentrum politische Akzente setzen: Die Parteisprecher der Linken, Darius Dunker und Monika Dumont, Gastredner Thies Gleis und MdB Andrej Hunko (von links). Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Gleich eine doppelte Premiere durfte die Linke am Aschermittwoch feiern: Gemeinsam mit Mitgliedern und Gästen weihte die Partei nicht nur ihr neues „Linkes Zentrum” in der Augustastraße ein, sondern bot auch dem gebürtigen Hamburger und bekennenden Karnevalsflüchtling Thies Gleiss die Gelegenheit, seine erste Aschermittwochsrede zu halten.

Gleiss, der heute in Köln lebt und dem Bundesvorstand der Linken angehört, verschonte dabei auch die eigene Partei nicht von Kritik. „Ohne unsere Lokomotive Oskar Lafontaine wird es für uns schwer”, mahnte Gleiss. Den Wahlen sieht er allerdings optimistisch entgegen: „Wenn wir mit einer starken Fraktion in den Landtag einziehen, sind wir endgültig in der ersten Liga der Parteien angekommen.”

Dem politischen Aschermittwoch angemessen nahm Thies Gleiss aber auch die anderen Parteien aufs Korn. Hart ging er dabei mit der SPD ins Gericht. Den Sozialdemokraten warf er vor allem vor, nach ihren politischen Verfehlungen um Hartz IV nicht die nötigen personellen Konsequenzen gezogen zu haben.

„Hartz IV ist angetreten, um Leiharbeit salonfähig zu machen”, mahnte Gleiss. Über den CDU-Umweltminister Norbert Röttgen urteilte er: „Das hat mich wirklich erheitert - scheinbar hat er 40 Jahre gebraucht, um die Probleme der Atomkraft endlich zu erkennen.” Der FDP widmete der Linken-Politiker derweil ein Tucholsky-Zitat - insbesondere Vizekanzler Westerwelle führe sich auf wie „das wild gewordene Kleinbürgertum.”

Trotz aller Kritik an den Sozialdemokraten hielt Gleiss ein Bündnis mit der SPD dennoch für möglich, „aber nur, wenn wir uns bei Themen wie Mindestlohn, Afghanistan, Rente mit 67 und Gesamtschule einig werden.”
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