Linke vertagt die Aussprache

Von: Thorsten Karbach
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Aachen. Sie haben über die Reinigung und die Öffnungszeiten ihres Büros gesprochen, über Finanzen diskutiert und über die Aufnahme neuer Mitglieder.

Die Vorfälle bei der Wahlversammlung am vergangenen Wochenende und der unerfreuliche Nachgang, in dem auch der Rücktritt von Kreissprecher Darius Dunker gefordert wurde, wurden dagegen bei der Kreisvorstandssitzung nur am Rande behandelt. Die große Aussprache hat es nicht gegeben. „Die Linke kehrt zur inhaltlichen Arbeit zurück. Niemand hat meinen Rücktritt gefordert”, sagt Kreissprecher Dunker.

Das war so nicht zu erwarten. Rund 40 Mitglieder waren zur Versammlung erschienen. Sie hatten sich auf hitzige Diskussionen eingestellt. Vorstandsbeisitzer Manfred Engelhardt hatte angekündigt, Dunker den Rücktritt oder zumindest die Vertrauensfrage nahezulegen. Doch sein Antrag, eine Aussprache auf die Tagesordnung zu nehmen, wurde im Vorstand abgelehnt. Die Diskussion wurde damit vertagt.

„Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Kritik und Selbstkritik sind wichtig für die weitere Zusammenarbeit. Ich erwarte, dass wir noch darüber reden, aber offenbar waren wir dazu an diesem Tag noch nicht in der Lage. Da hatten wohl auch einige Leute Bammel vor”, sagt Engelhardt. Und Dunker erklärt: „Nach Karneval hoffe ich, dass wir auch unseren Karneval beenden.”

Der Kreisvorstand tagt das nächste Mal an Aschermittwoch. Bis dahin wird es - so Dunker - Gespräche zwischen den Parteiflügeln geben, die sich bei der Wahlversammlung derart entzweit hatten, dass viele Mitglieder die Versammlung noch vor den Wahlen verließen.

Diese Gespräche werden von Engelhardt so auch erwartet: „Man kann ja auch mal eine Entschuldigung über die Lippen bringen, aber es braucht niemand direkt zurückzutreten. Wir machen alle Fehler, und wir werden niemandem den Kopf abreißen.” Fügt aber auch hinzu: „Eine Aussprache bei der Sitzung wäre wichtig gewesen. Die Vorfälle geraten ja nicht einfach in Vergessenheit. Das kann immer noch einen Schwelbrand geben.”

Dunker geht dagegen gestärkt aus der Vorstandssitzung. „Kein Mitglied der Basis hat etwas gegen mich gesagt”, erklärt er. Und so blickt er auch recht gelassen auf die anstehenden Versammlungen - wobei die Frage, ob es juristische Schritte gegen das Wahlergebnis vom letzten Samstag geben wird, noch nicht geklärt ist: Am 5. März tagen die Mitglieder des Kreisverbandes, am 14. März wird es eine Konferenz über das Wahlprogramm für die Stadt geben und am 21. März - wenn der Wahltermin nicht verlegt wird - wird die Linke dann wieder zur Wahlversammlung einladen.

Dann wird auch die Reserveliste vervollständigt und Direktkandidaten werden aufgestellt. „Wir werden Kompromisse finden”, glaubt Sprecher Dunker.
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