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Linke Szene macht mobil gegen AfD

Von: stm
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Aachen. „Der AfD den Kampf ansagen!“, heißt es auf Internetplattformen der antifaschistischen Szene in Aachen. Und: „Kein Stammtisch für die braune Soße!“ Anlass für die Verbalattacken: Der Aachener Stadtverband der „Alternative für Deutschland“ wollte vergangene Woche im Vorfeld der Europawahl politische Gesprächsrunden starten, wie man sie bereits vor der Bundestagswahl angeboten hatte, bei der die AfD erstmals antrat.

Und so teilt die „Antifa“ via Netzwerk der von ihr in der rechten politischen Ecke verorteten AfD nun mit: „Wir sehen uns, viel­leicht bei einem eurer Stamm­ti­sche oder auf der Stra­ße.“ Zudem wird dazu aufgerufen, in der Gastronomie, in der das erste Treffen 2014 stattfinden sollte, „doch mal anzurufen“, um sich über „die Bereitstellung der Räumlichkeiten zu beschweren“.

Das hat auch die Aachener Polizei mitbekommen. Denn die wurde im „Café Kränzchen“ an der Vaalser Straße vorstellig, um die dortigen Verantwortlichen auf die Interneteinträge aufmerksam zu machen. Träger des Cafés ist der völlig untadelige Verein für Körper- und Mehrfachbehinderte Aachen (VKM). Dieser sagte der AfD daraufhin ab. Und zwar aus Fürsorge für die dort beschäftigten, teils behinderten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, wie VKM-Geschäftsführerin Daniela Jahn auf Nachfrage erläutert. Aber auch, um nicht in eine politische Ecke gerückt zu werden, in die man gar nicht wolle.

Ingo Schumacher, Sprecher der AfD-Stadtverbands, meint, die Anfeindungen aus der linken Szene geschähen aus „Unkenntnis“ heraus. Gerne würde er, so erklärt Schumacher, die Verfasser der Texte einladen, um über Ziele der AfD und politische Inhalte zu diskutieren – „gerne auch öffentlich“, fügt er hinzu. Schumacher betont, die Partei achte bei der Aufnahme neuer Mitglieder strikt darauf, dass diese nicht aus extremen Kreisen stammen, antisemitisches oder rassistisches Gedankengut hegen. Man frage im Aufnahmebogen sogar die „politische Vorgeschichte“ des Bewerbers nach. „Wir wollen verhindern, dass solche Leute aufgenommen werden. Denn nachher ist es schwer, sie wieder loszuwerden“, so Schumacher. Mache aber jemand hinsichtlich seiner Gesinnung – beispielsweise als früheres NPD-Mitglied – falsche Angaben, sei dies ein handfester Ausschlussgrund. Auf keinen Fall wolle die AfD in eine solche Ecke gerückt werden.

Der Stammtisch fand übrigens schließlich doch statt – an anderem Ort in der Innenstadt. Die AfD will diese Gespräche fortsetzen, so etwa am 22. Januar. Ein Ort stehe noch nicht fest. Dann soll es um die Kommunalpolitik gehen. Die AfD ist nämlich laut Schumacher noch unentschlossen, ob sie in Aachen im Mai ins Rennen um Ratsmandate gehen wird. Der Schwerpunkt liegt laut Schumacher auf der Europawahl, die ebenfalls am 25. Mai über die Bühne geht.

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