Aachen - Linden lobt den designierten Karlspreisträger in höchsten Tönen

Linden lobt den designierten Karlspreisträger in höchsten Tönen

Von: Bernd Mathieu
Letzte Aktualisierung:
10016407.jpg
Begründet, warum Martin Schulz den Karlspreis verdient hat: Jürgen Linden, Vorsitzender des Karlspreis-Direktoriums. Foto: Krömer

Aachen. Für Jürgen Linden, den Vorsitzenden des Karlspreis-Direktoriums, ist Martin Schulz „das Gesicht der europäischen Demokratie“. Der Präsident des Europäischen Parlaments habe wie „kein anderer vor ihm“ den Parlamentarismus und damit die repräsentative Demokratie gestärkt.

Der ehemalige Aachener Oberbürgermeister nennt im Gespräch mit unserer Zeitung fünf Gründe, die das Direktorium bewogen hätten, in diesem Jahr den Sozialdemokraten aus Würselen mit dem renommierten Preis auszuzeichnen: Schulz habe das Parlament nachhaltig in das Entscheidungsgremium des Ministerrates eingebracht – nicht nur repräsentativ, sondern mitberatend und mitentscheidend.

Persönliche Größe

Gewürdigt werde auch die „couragierte Art“ von Schulz, den Europawahlkampf mit zwei Spitzenkandidaten zu führen. Er habe nach der Wahl die persönliche Größe gehabt, seinen Gegenkandidaten Jean-Claude Juncker vorzuschlagen und für das Prinzip der Spitzenkandidaturen einzustehen.

Dank Schulz sei die Zusammenarbeit der drei EU-Institutionen Rat, Kommission und Parlament gelungen und institutionalisiert worden.

Dazu habe Schulz‘ sehr gutes persönliches Verhältnis zu Donald Tusk und Jean-Claude Juncker beigetragen.

Der Parlamentspräsident habe das Transparenzprinzip forciert. „Er will, dass – mit wenigen Ausnahmen – alle Entscheidungen nicht mehr hinter verschlossenen Türen getroffen werden, sondern vor den Augen einer kritischen Öffentlichkeit.“

Und: Martin Schulz befasse das Parlament mit allen aktuellen und wesentlichen Herausforderungen der Politik. „Er ist überall dort, wo Probleme gelöst werden müssen.“ Das gelte beispielsweise für Griechenland und die Ukraine, aber auch für Großbritannien oder EU-Länder, die er auf die Notwendigkeit von Haushaltssanierungen aufmerksam gemacht habe. Linden nennt hier ebenfalls das Thema Flüchtlingspolitik, das Schulz ins Parlament geholt habe.

Diese Punkte seien im Direktorium intensiv diskutiert worden. Linden: „Aus unserer Sicht ist Martin Schulz jemand, der die Idee Europas sehr lebendig und glaubwürdig vertritt und dabei eine ehrliche Arbeit leistet.“ Gleichzeitig stehe er manchen Entwicklungen in der EU sehr selbstkritisch gegenüber.

Emotionale Debatte

Das Direktorium schreibt in jedem Jahr 765 EU-Parlamentarier, die 28 deutschen Botschafter in den EU-Ländern, ehemalige Karlspreisträger, die Sieger des Jugendkarlspreises und die Schirmherrn (deutscher und österreichischer Bundespräsident und der spanische König Felipe) an und bittet diese um Vorschläge. Der Rücklauf liege bei knapp zehn Prozent. Man befasse sich zudem ernsthaft auch mit Vorschlägen aus der Bevölkerung.

20 bis 30 Vorschläge kommen dann in die erste Beratung. Bei der entscheidenden Klausurtagung stehen nur noch vier oder fünf Kandidaten zur Diskussion. „Als Vorsitzender des Gremiums freue ich mich, wenn die Debatte auch mal emotional wird.“ So soll es bei der Beratung über Martin Schulz auch gewesen sein.

Leserkommentare

Leserkommentare (3)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert