Walheim - Liebevolle Wagen ernten Applaus

Liebevolle Wagen ernten Applaus

Von: bib
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Auch diese Teilnehmer ernten Anerkennung für die Mühen, die sie sich bei der Dekoration des Wagens gemacht haben: Der Erntedankzug in Walheim gibt einmal mehr ein beeindruckendes Bild ab. Foto: Kurt Bauer

Walheim. „Ist der Erntewagen voll, war das Jahr mal wieder toll”, hieß es beim großen Erntedankzug in Walheim. Bei strahlend blauem Himmel und sommerlichen Temperaturen zogen mehr als 90 Gruppen zu Fuß, auf Pferden oder mit Wagen und Traktoren durch den Ort.

Jung und Alt erwartete den Zug, der erstmalig von Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp angeführt wurde. „Ich bin zum ersten Mal dabei und tief beeindruckt von dem schönen Festzug, zu dem so viele Menschen gekommen sind”, sagte der OB. Nach Schätzungen von Polizei und Feuerwehr kamen bis zu 9000 Zuschauer, um die liebevoll dekorierten Wagen zu bewundern und ein wenig nostalgisches Flair zu verspüren.

Denn neben den Trachten, die die Umzugsteilnehmer und auch mancher Zuschauer trugen, waren es vor allem die alten Traktoren, Kartoffelroder und -setzmaschinen aus den 1920er bis 70er Jahren, die Erstaunen bei Groß und Klein verursachten. Sogar ein Holzspalter von 1910 und ein Steinbrecher von 1938, den die Traktorfreunde Krauthausen mitbrachten, zeigten ihr Können neben dem Festzelt. „Viel Zeit und Geld haben die verschiedenen Gruppen in die Restaurierung solcher Maschinen investiert”, erklärt Hermann Mündel, der zusammen mit Eberhard Spindler durch das Programm führte.

Beide begrüßten nicht nur alte Hasen, die schon seit der Wiedergründung des Zugs vor 19 Jahren mit von der Partie sind, sondern auch neue Teilnehmer wie etwa Franz Bleuer, der mit seinen Haflingern aus dem niederrheinischen Issum gekommen war. Wie er hatten auch andere einen weiten Weg auf sich genommen, um an dem immer beliebteren Erntedankzug teilzunehmen. Köln, Belgien und die Niederlande waren nur einige der Orte, aus denen die rund 800 aktiven Zugteilnehmer mit Treckern, Wagen, Pferden und Sennenhunden kamen. Weniger weit hatte es Hubert Vandeberg aus Hahn, der mit seinen 82 Jahren noch ein Ständchen auf dem Akkordeon brachte. Mit dabei natürlich auch die örtlichen Kindergärten und Grundschulen sowie verschiedene Blasmusikkapellen. Für die Stolbergerin Sibylle Radmacher, die sich unter die Zuschauer gemischt hatte, ein Erlebnis: „Ich bin zum ersten Mal hier, weil Freunde uns davon erzählt haben. Das ist wirklich ein sehr schöner Erntedankzug.”

Nicht nur Sonnenblumen, Milchkannen und Strohpuppen zierten die Wagen, sondern auch Trauben, Kürbisse, Äpfel, Gurken, Zwiebeln und Möhren. Manches davon wurde gar an die Zuschauer verteilt. „Das soll Anlass sein über Erntedank nachzudenken, denn die Lebensmittelindustrie bietet uns nicht immer das, was wir brauchen”, meint Hermann Mündel.

Gepresster Saft

Es sei wichtig, nicht nur den Apfel von der Ladentheke zu konsumieren, sondern vor allem heimisches Obst zu sich zu nehmen, damit die örtliche Ernte auch anerkannt werde. Und Biobauer Wolfgang Staude aus Schmitthof, der selbst gepressten Apfelsaft ausschenkte, versichert: „Man merkt schon, dass immer mehr Leute sich mit Bioprodukten etwas Gutes tun wollen. Aber als Landwirt kann man davon allein nicht leben.”

Viele der Kinder, die am Straßenrand standen, hatten solch einen Zug noch nie gesehen. Wie etwa der fünfjährige Tammo aus Aachen. Besonders beeindruckt zeigte er sich von einem Traktor, der auf dem Anhänger Hühner mit sich führte. Der neunjährigen Saskia aus Würselen imponierten hingegen die großen Kaltblüterpferde, die sie auch beim traditionellen Holzrücken bewundern konnte. Für Tammo und Saskia steht fest: Nächstes Jahr sind sie wieder dabei, am liebsten dann auf einem Wagen.
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