Aachen - Liebeserklärung an die „Heämet“

Liebeserklärung an die „Heämet“

Von: Peter Schopp
Letzte Aktualisierung:
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„Heämet – Heimat – Good morning blues“: Dieter Kaspari (l.) hat sein neues Buch veröffentlicht. Er präsentierte es jetzt gemeinsam mit Wendelin Haverkamp (r.) und Walter Vennen. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Wenn man Künstlern wie Dieter Kaspari und Wendelin Haverkamp gegenübersitzt, drängt sich neben der uneingeschränkten Hochachtung vor der künstlerischen Leistung unweigerlich der Gedanke des Unkonventionellen, des Freigeistigen auf.

Passt da das Wort „Heimat“ ins Bild? Die Antwort lautet eindeutig: Ja! Denn das, was Kaspari in seiner Musik und seinen Texten zum Ausdruck bringt, ist nichts anderes als ein Plädoyer für „Heämet“, um in der Sprache seiner Lieder zu bleiben. „Ich bin ene Öcher Jong, ich liebe Aachen und seine Umgebung, egal ob man es Kreis, Städteregion oder Dreiländereck nennt und meine zweite Heimat ist der Nordkreis geworden“, so Kaspari.

Bloß keine Memoiren

Die Bezeichnung Buch ist vielleicht etwas irreführend. Er hat nicht etwa seine Memoiren geschrieben. „Da mache ich nicht mit“, hat er eine eindeutige Position. Aber viele Menschen, die seine Musik mögen, wollten die Texte einmal in Händen halten. Das war Ansatzpunkt für Kaspari, über die verschiedenen Gestaltungsmöglichkeiten nachzudenken. Für ihn stand schnell fest, dass es nicht mit allseits bekannten Bildern der Aachener Innenstadt funktionieren würde.

„Ich bin ein Kind der Nordregion, wohne in Alsdorf-Busch und mein Vater war Bergmann, was lag da näher, als die Gegend rund um Alsdorf zum fotografischen Thema neben den ausgewählten Texten zu machen?“ Er kombinierte also 16 Liedtexte mit einer Auswahl von Bildern, die er selbst geschossen hat. Morgens, auf seiner Runde mit Hündin Lola, drängen sich die Motive vor die Linse seiner Kamera.

„Das mache ich schon lange, mittlerweile habe ich einen unvorstellbar großen Fundus, das war mir so gar nicht klar“, zeigte er sich selbst überrascht. Und fügte an, dass er bis 2009 ein eigenes Geschäft für Werbefotografie an der Jülicher Straße betrieben hat, bis er keine Kamera mehr sehen konnte. In den Jahrzehnten zuvor hat er die Wandlung der Bergbauregion im Dreiländereck weg vom Bergbau hin zu anderen Schwerpunkten fotografisch verfolgt, für Veröffentlichungen in diesem Zusammenhang auch große Anerkennung erfahren. Ausstellungen kann er natürlich auch vorweisen, „die mache ich aber nicht mehr“.

Seinen Weggefährten Wendelin Haverkamp hat er um ein Vorwort fürs Buch gebeten, was dieser nur zu gerne ablieferte. „Ich musste mir erst anschauen, worum es Dieter bei seinem Buch ging, dann war klar, wie der Text auszusehen hat“, so Haverkamp. Er hat auch an der Bilderauswahl mitsortiert. „Das Weglassen war das Schwierigste dabei“, wie beide feststellten. Marina Brants kreierte ein Layout. So bietet das Buch einen Streifzug durch das musikalische Leben des Dieter Kaspari, immer authentisch, immer intim, sowohl die Texte als auch die Bilder.

Die neuesten Werke sind noch gar nicht auf CD erschienen, stehen erst für Frühjahr 2018 auf seinem Plan. „Nach Karneval, da bin ich nämlich immer weg“, schmunzelte der Autor. Er sei zwar kein Karnevalhasser, hatte er doch seine ersten Auftritte in der Jugend auf karnevalistischen Bühnen. Aber heutzutage ist er eben abstinent in dieser Richtung. Außerdem bemängeln beide die fortschreitende Vereinnahmung der Mundart durch den Karneval. Die Bayern findet Kaspari da durchaus anspruchsvoller, „die drehen sogar Filme auf bayerisch, das ist hier undenkbar“, sieht er langfristig das Ende des Öcher Platt.

Denn eine Sprache, die nicht gesprochen und gelebt wird, habe keine Chance zu überleben. Was ihn natürlich nicht davon abhält, sein Öcher Platt weiter zu singen und den Menschen zu vermitteln. Und die neuen Texte sind dann beim Erscheinen der CD ja bereits bekannt. Das Buch „Heämet – Heimat – Good morning blues“ ist erhältlich bei „Das Buch“ Eilendorf, Buchhandlung Schmetz am Dom sowie bei der Buchhandlung Thater in Alsdorf.

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