Aachen - Leuchtende Beispiele der Kinokultur und eine Turteltaube

Leuchtende Beispiele der Kinokultur und eine Turteltaube

Von: Kathrin Albrecht
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Spot an: Die Darsteller des Das Da Theaters mit Regisseur Tom Hirtz (rechts) zelebrierten ein buntes musikalisch-theatralisches Fest rund um die schönsten Songs und Stars der Filmgeschichte. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Auch der zweite Brückenschlag war ein Erfolg: Zwei Jahre nach der Premiere von „Cross Culture“, einer Benefiz-Konzertreihe des Lions Club Aachen Urs Regalis, erlebte das Publikum beim zweiten Doppelkonzert „Chanson trifft Musical“ im Ballsaal des Alten Kurhauses Unterhaltung der Spitzenklasse. Zu Beginn glänzte das Das Da Theater mit Auszügen aus dem zweiten Teil seiner Filmmusik-Hommage.

In Anlehnung an die kleine Pixar-Lampe hüpfte auch hier eine Schreibtischlampe über die Bühne, neckte die Darsteller und trieb Schabernack mit dem Publikum. Die Show begann dramatisch mit „Skyfall“, dem Titelsong des aktuellen gleichnamigen Bondfilms.

Die britische Sängerin Adele erhielt Ende Februar dafür den Oscar für den besten Song. Ihre Dankesrede nahm das Ensemble gleich mit aufs Korn. Weitere Stücke aus Musicals wie „West-Side-Story“, „Der kleine Horrorladen“ und „Hair“ ließen das Publikum im ausverkauften Ballsaal mitwippen und -klatschen. Der Applaus ließ keinen Zweifel, dass die Zuschauer definitiv Lust auf mehr bekommen haben.

Im zweiten Teil des Konzerts mit Pe Werners aktuellem Programm „Turteltaub“ drehte sich alles um die Liebe. Zu Beginn ertönte der Hochzeitsmarsch, Musiker im Frack betraten die Bühne, zuletzt stürmte Pe Werner im weißen Hochzeitskleid auf die Bühne – und nahm im Titelsong „Turteltaub“ erst einmal den großen Traum von der weißen Hochzeit mit all den überzogenen Erwartungen auf die Schippe.

Und weil Weiß ja sowieso aufträgt, entledigte sich die Künstlerin auch schnell des weißen (Alb-)Traums. Und dann nahm die mehrfach ausgezeichnete Sängerin und Songwriterin (unter anderem German Jazz Award 2011 und zwei Echos) das Publikum mit auf die Gefühls-Achterbahn der Liebe: mal melancholisch, mal schwärmerisch, mal kokettierend und auch kühl abservierend.

Musikalisch begleitet wurde die 1960 in Heidelberg geborene Jazz-Sängerin von Pianist Peter Grabinger sowie Adam Zolynsky (Violine) und Martin Bentz (Cello) vom Hamburger Streichorchester Strings De Luxe, nicht zu vergessen Pit Lenz, der nicht nur für die Tontechnik verantwortlich war, sondern bei „Deine Stimme“ die zweite Begleitstimme sang und bei „Du lässt mich stehn“ ein fulminantes Mundharmonika-Solo hinlegte.

Zwischen den Songs kommentierte Werner bissig und pointiert den Magerwahn, die Beziehung von Mann und Frau oder schwelgte mit dem Publikum in Jugenderinnerungen, als das Telefon noch eine Wählscheibe hatte, Küchen als „Orangement“ mit Blümchenverzierungen leuchteten. Zwischendurch gab sie die Verträumte oder auch die Frivole: „Ich habe meine Äpfel in die Auslage gelegt“, schmachtete sie, sich auf dem Piano räkelnd, Peter Grabinger an, der sich unbeeindruckt auf sein Solo konzentrierte.

So war es nur logisch, dass das begeisterte Publikum noch mehr forderte – und mit „ Kribbeln im Bauch“ auch bekam. Gut so: Den Reinerlös des Abends spendet der Lions Club Aachen Urbs Regalis an die Kinder- und Jugendabteilung des Das Da Theaters.

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