Aachen - Letzter Schliff für die rettende Hand

Letzter Schliff für die rettende Hand

Von: Oliver Schmetz
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Ragt wie eine rettende Hand fast 15 Meter in die Höhe: Der neue Hubschrauber-Landeplatz vor dem Klinikum erhält in den kommenden Wochen seinen letzten Schliff. Ende Juli soll das futuristische Bauwerk eröffnet werden. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Diese „Hand” kann sich nicht so schnell schmutzig machen. Weil an ihr alles abperlen wird. Zumindest gilt dies für die Tragwerkskonstruktion des futuristischen neuen Hubschrauber-Landeplatzes am Klinikum, der in seiner Form an eine rettende Hand erinnert.

Denn die beiden Stahlstützen des Landeplatzes und der Unterbau werden in diesen Tagen mit Stoffmembranen bespannt, deren Glasfasergewebe mit Teflon beschichtet ist. Und was vor ein paar Jahrzehnten das Bratpfannengewerbe revolutionierte, macht nun die revolutionär anmutende Architektur vor dem Aachener Großkrankenhaus „absolut schmutzunempfindlich”, wie der Architekt verspricht: „Daran bleibt nichts haften”, sagt Professor Marcin Orawiec.

„Zwei spannende Wochen”

Der Mann, der das Bauwerk ersonnen hat, sieht nun „zwei spannenden Wochen” entgegen. Denn so lange wird es dauern, bis die rund 1500 Quadratmeter Stoff gespannt sind - falls dabei nichts schiefgeht oder gar reißt. Schließlich wird das Material von einer Spezialfirma mit tonnenschwerem Krafteinsatz extrem straff um die Träger gezurrt. Warum? Die Antwort ist simpel: „Damit das Ganze nicht flattert”, verrät der Experte.

Mit der strammen Teflonschicht hat die rettende Hand dann auch fast schon ihren letzten Schliff erhalten. Bis Ende Mai werde man aus architektonischer Sicht noch die letzten Schrauben eindrehen und insbesondere die Löschtechnik auf der Plattform anbringen, schätzt Orawiec. Dann sei man mit leichter Verspätung fertig. Der harte Winter habe auch den Fahrplan für den Mini-Flugplatz beeinträchtigt, erklärt der Architekt. Dass es dann noch voraussichtlich bis Ende Juli dauern wird, ehe der erste Hubschrauber landet, liegt an den notwendigen luftfahrttechnischen Prüfungen und Genehmigungsverfahren, wie Klinikumssprecherin Angelika Christ erläutert.

Wenn die Behörden grünes Licht gegeben haben, kann die rettende Hand gleich zwei Hubschrauber aufnehmen. Und für die Schwerverletzten dauert der Transport vom Landeplatz in die Notaufnahme dann nur noch 46 Sekunden - deutlich schneller als heutzutage. Der möglicherweise lebensrettende kurze Weg hat seinen Preis: Sieben Millionen Euro kostet der spektakuläre Bau vor dem Klinikum. „Den Preisrahmen werden wir einhalten”, verspricht Orawiec.

Auch dazu trägt letztlich die ungewöhnliche Teflon-Fassade bei. Denn der straffe Glasfaserstoff mit schmutzabweisender Bratpfannenbeschichtung sei nicht nur Ausdruck einer künstlerisch-ästhetischen Idee, sondern berge auch den ganz banalen praktischen Vorteil, dass finanziell nichts anbrennt. „Damit kann man enorm große Flächen relativ wirtschaftlich verkleiden”, betont der Aachener Architekt. „Mit jedem anderen Material wäre es komplizierter und teurer geworden.”
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