Letzten Jesuiten verlassen Aachen

Von: iba
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War lange ein Ort der Seelsorg
War lange ein Ort der Seelsorge der Jesuiten: das Kloster St. Alfons an der Lothringer Straße. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Der Provinzial der Deutschen Provinz der Jesuiten, Pater Stefan Kiechle SJ, hat in Absprache mit der Bistumsleitung die Auflösung der Aachener Jesuiten-Kommunität Ende 2012 verfügt. Zurzeit leben und arbeiten vier Patres hier.

Leider habe der Provinzial die Entscheidung aus personellen und finanziellen Gründen treffen müssen, bedauert Pater Hans-Theodor Mehring SJ: „Wir Patres haben in der Stadt wie im Bistum Aachen gern unsere Schuldigkeit getan. Wir sind dankbar für alles Wohlwollen und Wohltun von Seiten der Menschen, die uns ihr Vertrauen geschenkt haben und schenken.”

Generalvikar Manfred von Holtum dankt den Jesuiten auch im Namen von Bischof Heinrich Mussinghoff für ihre jahrhundertelange seelsorgerische Tätigkeit in Aachen, besonders für die Einsätze der Patres. Auch Franz-Josef Radler, Pfarrer von Franziska von Aachen, zeigt sich betroffen von der Entscheidung. „Ich bin sicher, dass viele Menschen in St. Peter, aber auch in ganz Aachen und Umgebung diese Nachricht sehr bedauern und traurig sein werden.

Denn ohne Zweifel haben die Jesuiten in den vergangenen sieben Jahren das Leben in St. Peter entscheidend geprägt: durch die Messfeiern und die Beichtseelsorge, durch spirituelle Abende und theologische Matineen und durch die Hinführung Erwachsener zum Glauben.” Man werde in der Gemeinde St. Peter, der Pfarrei Franziska von Aachen und auch im Bistum „ohne Eile, aber dennoch zielstrebig” überlegen, in welcher Form es mit der Kirche St. Peter und den dort angesiedelten seelsorglichen Aktivitäten weitergehen könne.

Mit der Auflösung der Niederlassung geht eine mehr als 400-jährige Geschichte des Ordens in Aachen vorerst zu Ende. Sie war schon mehrfach unterbrochen worden: durch das Verbot des Ordens durch den Papst (1773-1814), die Ausweisung aus dem Deutschen Reich im Kulturkampf (1872-1917) oder die Vertreibung durch die Nazis (1941-1945).

Im Bistum Aachen engagierten sie sich in der Jugendarbeit, beispielsweise in der Katholischen Studierenden Jugend, im Jugendwerk für internationale Zusammenarbeit, in der Bleiberger Fabrik und in der Schulseelsorge. Sie übernahmen Aufgaben in der Erwachsenenbildung, im diözesanen und internationalen Kolpingwerk und in der Karls-Gilde, in geistlicher Begleitung wie Exerzitien, in der Seelsorge an den Kirchen Sankt Alfons und Sankt Peter, in der Klinikseelsorge, am Missionswissenschaftlichen Institut von Missio wie als Mitarbeiter von Misereor, in der Katholischen Glaubensorientierung.

Als „Stadtnomaden” wohnten die Jesuiten in diesen Jahren zur Miete an verschiedenen Orten: in der Kleinmarschierstraße, der Eupener Straße, der Lothringer Straße, der Leonhardstraße oder der Jägerstraße.
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