Letzte Messe in der Erlöserkirche bewegt Gläubige

Von: Kathrin Albrecht
Letzte Aktualisierung:
9984703.jpg
Bewegender Abschied: In der Brander Erlöserkirche wurde die letzte Messe gefeiert. Etliche Gläubige waren dabei. Die 1970 erbaute Kirche wird ab heute zu einem Kolumbarium umgebaut. Foto: Kurt Bauer

Brand. Ein letztes Mal versammelten sich am Samstag die Brander in der katholischen Erlöserkirche, um gemeinsam eine Messe zu feiern, bevor die Kirche zu einem Kolumbarium umgebaut wird. Und viele waren gekommen, die Kirchenbänke der 1970 eingeweihten Kirche waren gefüllt.

„Heute gilt es, Dank zu sagen für viele Jahre katholischen Lebens und Glaubens“, sagte Pfarrer Ralf Freyaldenhoven, der die Messe leitete. „Nichts bricht nahtlos ab, es gibt einen Übergang. Wir schauen nach vorn“, gab er den Messebesuchern mit auf den Weg. Als Gäste feierten unter anderem Domkapitular Rolf-Peter Cremer und der evangelische Pfarrer Uwe Löper der benachbarten evangelischen Martin-Luther-Kirche mit.

Viele ökumenische Brückenschläge habe es in der Vergangenheit gegeben, bestätigte Löper. 45 Jahre lang hatte die Erlöserkirche an der Ecke Richard-Wagner-Straße/Hermann-Löns-Straße ihre Funktion als Gotteshaus erfüllt. Taufen, Komunionsfeiern, Trauungen und Exequien wurden dort gefeiert. Daran erinnerten Gemeindemitglieder in einer Danksagung, die anstelle einer Predigt gehalten wurde.

Ludwig Kutsch, Leiter des Arbeitskreises Kunst und Musik der Pfarrei St. Donatus, erinnerte außerdem daran, dass die Kirche ein außergewöhnlicher Aufführungsort für Konzerte gewesen ist. Sogar das Sinfonieorchester Aachen habe die Kirche aufgrund der guten Akustik vorübergehend für Proben genutzt. „Die Erlöserkirche wird als Konzertstätte sehr fehlen“, schloss er, freute sich jedoch, dass zumindest die Orgel erhalten bleiben werde. Die Mini-Gruppe der benachbarten Kita brachte ein Abschiedsständchen, die Sternsingerkinder erinnerten sich daran, „dass wir hier erfahren durften, dass wir in dieser großen Gemeinde etwas erreichen können“.

Nach der Eucharistiefeier begann dann der letzte Akt: Domkapitular Rolf-Peter Cremer verlas die Entwidmungsurkunde von Bischof Heinrich Mussinghoff. Der Altarschmuck wurde abgeräumt. Als letzten Akt öffnete Pfarrer Ralf Freyaldenhoven das Tabernakel und entnahm das Allerheiligste. Ein letztes Mal begleitete der Kirchenchor St. Donatus den Auszug der Geistlichen aus dem Gotteshaus, das offiziell ab sofort keines mehr ist. Sichtlich bewegt verließen die meisten Besucher das Kirchengebäude.

„Das war über 30 Jahre unser Zuhause“, sagt eine Besucherin. Auch für Josefine und Josef Bahnen war diese letzte Messe etwas Besonderes. Seit drei Jahren versieht das Ehepaar ehrenamtlich die Küsterdienste an der Kirche. „Eigentlich mochten wir die Kirche erst nicht, aber sie ist uns vor allem in den letzten Wochen ans Herz gewachsen“, erzählt Josef Bahnen und fügt hinzu: „Uns wird etwas fehlen.“

Bereits heute wird damit begonnen, das Kirchenmobiliar auszuräumen. Im Anschluss beginnen die Umbauarbeiten zum Kolumbarium. „Es hat sich alles ein bisschen hingezogen“, erzählt Pfarrer Ralf Freyaldenhoven, „wir hätten gerne früher begonnen.“ Den Umbau zur Grabeskirche planen die Architekten Elmar Sommer aus Widdau (Eifel) und Axel Birk aus Brand. Die Kosten von zwei Millionen Euro finanziert die Gemeinde durch Kredite, die mit der Gräberbelegung abbezahlt werden sollen.

Das „Kolumbarium St. Donatus in der Erlöserkirche“ wird zukünftig in Kooperation mit der Grabeskirche St. Josef betrieben. „Es besteht eine große Nachfrage und der Platz in St. Josef ist bald erschöpft“, sagt Ralf Freyaldenhoven. Für Josef Bahnen ist das eine gute Lösung:„Die Kirche bleibt so erhalten. Das ist das Wichtigste.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert