Lesungen, die Diskussionen anstoßen sollen

Von: Sebastian Dreher
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Wollen dem Sommer literarische Akzente geben: Olaf Müller (Leiter des Kulturbetriebs) mit seinen Kolleginnen Tina Terschmitten und Alexandra Lünskens (rechts). Foto: Andreas Steindl

Aachen. Die deutsch-niederländische Reihe „Literarischer Sommer/Zomerlezen” beschäftigt sich mit dem Thema Integration und Migration. Unter dem Titel „Zwischen den Welten/Tussen de Werelden” kommen namhafte Schriftsteller in die Barockfabrik, um aus ihren Werken vorzulesen.

„Wir freuen uns, den ersten Termin am 14. Juli mit Feridun Zaimoglu machen zu können”, sagt Olaf Müller, Leiter des Kulturbetriebs der Stadt Aachen. Der türkischstämmige Autor von Jugendbüchern wird aus seinem 2009 erschienenen Buch „Hinterland” vorlesen, in dem ein deutsch-türkischer Schumacher namens Ferda und eine Prager Komponistentochter namens Aneschka durch verschiedene europäische Metropolen eilen und viele Abenteuer erleben. Mit der Barockfabrik als Zentrum für Kinder- und Jugendkultur haben sich die Veranstalter einen passenden Ort für die Lesungen ausgesucht.

Am 21. Juli ist Dolf Verroen zu Gast beim „Literarischen Sommer”. Der mittlerweile 81-jährige Niederländer hat 2006 für seinen Roman „Wie schön weiß ich bin” den Deutschen Literatur-Preis bekommen. Das aus der Perspektive eines kleinen Mädchens geschriebene Werk spielt in der ehemaligen niederländischen Kolonie Suriname, nördlich von Brasilien am Atlantischen Ozean gelegen. Das Mädchen bekommt einen Sklaven geschenkt und gerät so ohne Zutun in moralische Verwicklungen.

Stern am Jugendliteraturhimmel

Die 1978 im russischen Jekaterinburg geborene Alina Bronsky gilt als große Neuentdeckung am Jugendliteraturhimmel. Ihr Roman „Scherbenland”, aus dem sie am 25. August liest, handelt von der 17-jährigen russischen Immigrantin Sascha, die den Tod ihrer Mutter rächen will. Das Buch handelt von Selbstfindung und dem Alltag im Aussiedlermilieu.

„Die Lesungen sind ausdrücklich auch als Diskussionsforum gedacht”, sagt Tina Terschmitten, Mitarbeiterin der Barockfabrik. „Besucher können den Autoren Fragen stellen und sich zum Thema äußern. Wir hoffen so, eine angeregte Debatte anzustoßen.”

Die weiteren Stationen des „Literarischen Sommers” mit weiteren Schriftstellern wie Finn-Ole Heinrich, Kristof Magnusson, Otto de Kat und vielen mehr sind in Krefeld, Mönchengladbach, Düsseldorf, Xanten und Neuss auf deutscher Seite und in Beesel, Venlo, Roermond und Vaals auf niederländischer Seite. „Mit der 20 Euro teuren Festivalkarte, die ein Ticket für alle 25 Lesungen ist, kann die Reihe als Städtetour genutzt werden”, sagt Alexandra Lünskens aus dem Team der Barockfabrik. Man sollte sich allerdings auf der Internetseite oder telefonisch anmelden, damit es nicht zu Überbuchungen kommt.
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