Leselust auf dem Lousberg: Die Zarte und der Wilde im Lyrik-Doppelpack

Von: Grit Schorn
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Leselust unterm Ahornbaum: Klára Hurková und Anton G. Leitner trugen spannende Lyrik im Doppelpack vor. Das Publikum war begeistert. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Leselust auf dem Lousberg: Das Lyrik-Gespann Klára Hurková und Anton G. Leitner erfreute mit ganz unterschiedlichen Tonarten. Heiß und frisch zugleich gestaltete das Duo fesselnde Lyrik im Doppelpack – natürlich unterm Ahornbaum, der zumindest den Vortragenden etwas Schatten spendete.

„Sommer.Liebe“ hieß das Motto für die oft grandiosen Texte, die miteinander korrespondierten. Kühnes, Saftiges und Witziges servierte der Münchner Sprachakrobat Anton G. Leitner, während die in Aachen lebende Pragerin Klára Hurková mit ihrer poetischen und doch klaren Sprache (auf Deutsch) zu verzaubern vermag.

Die Zarte und der Wilde – die Scheue und das Urviech – das passte einfach großartig und machte die Lesung zum Vergnügen. „Die können ja richtig was“, murmelte eine junge Frau nach der kurzweiligen Lesung, die viel Publikum fand. Die Aachener Dozentin und der Münchner Jurist, der übrigens seine große Liebe in Aachen fand, verbanden zuweilen auch ihre Texte, was sehr gefiel. „Wer will schon/ schlafen um diese/ Zeit, wenn es gilt/ den Körper zu/ opfern am Grill/ für die Blicke.“ So ist halt der „Isarsommer“ vom Münchner Leitner, während Hurková „Im Abendlicht“ solches Erleben verspürt: „Und eine Katze/ schaut mich an/ als wäre ich ein Vogel“.

Duftig-zarte Sprachgebilde findet man bei Hurková, knapp gefasste Wortspiele, die nach Fortsetzung schreien, geben bei Leitner den Ton an. Und doch passen sie immer wieder gut zusammen – vielleicht auch, weil sie beide gute Beobachter sind. Sie beschreibt feinfühlig in „Der Zeitreisende“, er beschwört eine „Alte Liebe“ mit origineller Verknüpf-Sprache. Im „Neuanfang“ heißt es bei ihr: „Dich will ich küssen auf den trockenen Mund…“ (Nein, Leitner ist nicht gemeint) – Leitner geht‘s um eine „Nassrasur“: „Sag dem Kaktus, er soll nicht stechen…“ Und ein Schlusswort an die Gäste hat er auch: „Lyrik ist nichts für Weicheier…“ Viel Vergnügen beim Publikum und ganz großer Beifall.

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