Aachen - Lernen, besser mit Autismus zu leben

Lernen, besser mit Autismus zu leben

Von: Angelina Boerger
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Dieser Auftakt macht Hoffnung: Stephanie Schieder und Christoph Siebenhaar unterstützen mit ihrer ambulanten Pflegehilfe Familien, deren Kinder die Diagnose Autismus erhalten haben. Foto: Andreas Cichowski

Aachen. Kinder brauchen Unterstützung. Um so mehr, wenn sie an einer Autismus-Spektrums-Störung leiden, so wie der vierzehnjährige Klaus Meier, der seine endgültige Diagnose erst vor ein paar Jahren bekam. Doch mit der Diagnose allein ist es nicht getan. Klaus braucht Hilfe und nicht nur er, sondern auch seine Eltern.

Aus diesem Grund wurde in der Städteregion Aachen eine ambulante Pflegehilfe für Familien mit Sitz in der Vaalserstraße 40 ins Leben gerufen, die in dieser Form einmalig ist. Das sozialpädagogische Projekt des Vereins für Körper- und Mehrfachbehinderte (VKM) mit dem Namen „Auftakt“, steht für Autismus, Familie, Teilhabe und Aktion, wird über das zuständige Jugendamt finanziert und ist schon jetzt ein großer Erfolg.

Es richtet sich in erster Linie an Kinder ab sechs Jahren, Jugendliche und junge Volljährige mit Autismus, sowie deren Familien und Menschen im direkten Umfeld, denen oftmals die fachliche Unterstützung fehlt. „Kinder mit Autismus brauchen einen strukturellgeprägten Alltag, da dieser ihnen Sicherheit bietet“, erklärt Stephanie Schieder, Leiterin des Projekts.“

Das eigene Zuhause, ist zum Beispiel etwas, was diese Sicherheit für sie ausstrahlt und da setzen wir an.“ Denn die meisten Therapien würden oft außerhalb der eigenen vier Wände stattfinden und bei den Patienten Stress auslösen. Deshalb besucht der ambulante Dienst die Kinder in ihrer gewohnten Umgebung. „Unser Ziel ist es, nicht nur den Kindern, sondern der ganzen Familie zu helfen, mit den Auswirkungen der Behinderung besser zurecht zu kommen und die Kinder auf ein Leben in Selbstständigkeit vorzubereiten.“

Christoph Siebenhaar, der für die fachliche Leitung bei „Auftakt“ zuständig ist, betreut Familie Meier seit August ein bis zweimal die Woche. „Klaus hat schon in den wenigen Monaten erhebliche Fortschritte gemacht, besonders was seine Flexibilität angeht.“ Mehrere Jahre hat es gedauert bis die endgültige Diagnose feststand, obwohl Cordula Meier immer schon gemerkt hatte, dass ihr Sohn „anders war als Gleichaltrige. Die Psychologen und Kinderärzte haben sich dagegen gesträubt, meinen Verdacht zu bestätigen. Niemand wollte es aussprechen.“

Über die Hilfe von „Auftakt“ freuen sie und ihr Mann sich sehr: „Herr Siebenhaar ist eine Bereicherung für uns. Er hilft uns nicht nur, den Autismus besser zu verstehen, sondern begleitet unseren Sohn auch zu Arztbesuchen oder wenn es Schwierigkeiten in der Schule gibt. Außerdem steht er uns bei sozialrechtlichen Sachen beratend zur Seite und wir haben immer die Möglichkeit jede neue Situation mit ihm zu besprechen.“

Das Angebot wird seit seiner Entstehung im Februar dieses Jahres von der Förderorganisation „Aktion Mensch“ unterstützt und ist auf drei Jahre angelegt. „Bis dahin werden wir uns hoffentlich so etabliert haben, dass wir als eigenständiger Dienst weitermachen können,“ hofft Stephanie Schieder.

„Mit Blick auf die aktuelle Nachfrage denke ich, dass wir ganz gute Chancen haben.“

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