Aachen - Leopold Chalupa: Freund der Deutschen und der Tschechen

Leopold Chalupa: Freund der Deutschen und der Tschechen

Von: Kristina Toussaint
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Freuen sich auf die Preisverleihung an Leopold Chalupa: Dompropst Manfred von Holtum (Jurymitglied), Bürgermeisterin Margrethe Schmeer, Sabine Verheyen (Sprecherin des Kulturpreises), Vera Blazek (Vorsitzende Kulturverein Aachen-Prag) und Herbert Zantis (stellvertretender Vorsitzender, von links). Foto: Andreas Steindl/Michael Jaspers

Aachen. Timothy Garton Ash erhält in diesem Jahr den Karlspreis, aber auch der Kulturverein Aachen-Prag vergibt jährlich eine Ehrung zur Erinnerung an Kaiser Karl – allerdings geht es hierbei um Karl IV., der im 14. Jahrhundert als Römisch-Deutscher König und König von Böhmen als erster die beiden Städte Prag und Aachen einander näherbrachte.

Verliehen wird der Ehrenpreis seit 2010 an Personen oder Institutionen, die „in herausragender Weise“ zur Völkerverständigung und zum Kulturaustausch zwischen der Bundesrepublik und der Tschechischen Republik beigetragen haben. In den vergangenen Jahren waren das unter anderen der Aachener Domchor und der Prager Kinder- und Jugendchor und Studierende, die sich um den Austausch zwischen den Technischen Universitäten in Aachen und Prag bemühen.

Karl IV. aus dem Hause Luxemburg – Namensgeber für den Preis – wurde in Prag getauft, verbrachte seine Jugend in Paris und wurde zu einem der bedeutendsten europäischen Herrscher des 14. Jahrhunderts. Als moderner, herausragend gebildeter Mensch beherrschte er fünf Sprachen, war tief gläubig und verehrte Karl den Großen.

2017 wird der Kulturpreis Karl IV an einen Menschen vergeben, der die Voraussetzungen der Jury „beispielhaft erfüllt“, so Vera Blazek, Vorsitzende des Kulturvereins Aachen-Prag: Leopold Chalupa setze sich ein für die Intensivierung der Kontakte zwischen Aachen und Prag und ihren Bürgern.

Der General a.D. wurde 1927 im damaligen Neuburg geboren – heute Podhradí im Westen der Tschechischen Republik – und nach seinem Schulabschluss kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges zum deutschen Militär eingezogen. Von 1945 bis 1949 in Kriegsgefangenschaft, blieb ihm die Vertreibung, die seine Familie erleiden musste, erspart. Die bittere Erkenntnis, einem Unrechtsregime gedient zu haben, das so vielen Menschen Leid gebracht hatte, bestimmte jedoch sein weiteres Leben.

Er verfolgte weiterhin eine militärische Laufbahn, bis er in den achtziger Jahren zum NATO-Oberbefehlshaber aufgestiegen war. Dabei verfolgte er nur ein Ziel: „Wenn man mit ihm sprach, ging es immer nur um die Wahrung des Friedens in Europa“, erzählt Sabine Verheyen, Mitglied im Europäischen Parlament und neugewählte Sprecherin des Kulturvereins. Als „hochmenschlich, freundlich, offen und vertrauenswürdig“ beschreibt sie Chalupa.

Nach seiner Pensionierung und dem Fall des Eisernen Vorhangs setzte sich der künftige Preisträger weiter unermüdlich für die Aussöhnung zwischen Tschechen und Deutschen ein und wurde zum wahren Brückenbauer zwischen Staaten und Bürgern. „Freundschaft und persönliche Verbindungen zwischen den Bürgern verschiedener Länder und Städte ist, was wir heute brauchen. Nur so entsteht gegenseitiges Verständnis für Kulturen“, so Kulturdezernentin Susanne Schwier.

In seinem Heimatort initiierte Leopold Chalupa gemeinsam mit der Bevölkerung grenzüberschreitende Projekte und die Restaurierung einer im Krieg zerstörten evangelischen Kirche – gewürdigt wurde das mit der Ernennung Chalupas zum Ehrenbürger. In Aachen erreichte er einen ähnlichen Status: Nach seiner Präsidentschaft Anfang der neunziger Jahre ist er seit 2014 Ehrenpräsident der Alemannia.

Verliehen wird der Preis am 24. September um 11.30 Uhr in der Aula der Domsingschule.

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