Lennet Kann: Ruhiger Zeitgenosse, der vom Betteln lebte

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Archivleiter Dr. René Rohrkamp, Karl Allgaier und Manfred Biermanns vom Verein „Öcher Platt“ sowie die stellvertretende Archivleiterin Angelika Pauels, (v.l.n. r.) präsentieren die Archivalie des Monats Januar 2016. Foto: Stadt Aachen/Nadine Jungblut.

Aachen. Das Aachener Stadtarchiv zeigt seit kurzem aus seinen Magazinen regelmäßig interessante Stücke als „Archivalie des Monats“. Die jeweilige Archivalie mit einem kurzen Begleittext wird dann einen Monat lang in einem Schaukasten im Foyer des Stadtarchivs am Reichsweg sowie digital auf der Homepage des Archivs präsentiert.

Im Januar erinnert das Team des Stadtarchivs unter Leitung von Dr. René Rohrkamp so an den Tod des Aachener Stadtoriginals Lennet Kann vor genau 100 Jahren.

1845 in ärmlichen Verhältnissen in Aachen geboren, wächst der spindeldürre, für die damalige Zeit auffallend großwüchsige Lennet Kann nach dem frühen Tod der Mutter bei den Nonnen auf. Der erwachsene Leonhard Kahn, wie er wirklich hieß, war ein gepflegter, ruhiger Zeitgenosse, lebte vom Betteln und von mildtätigen Gaben der Aachener Klöster.

Sein gestelzter Gang, die baumelnden Arme, wie sein ganzes Erscheinungsbild zogen Kinderscharen, aber auch die stets zu Scherzen aufgelegte Aachener Studentenschaft an. Oft marschierte Lennet an der Spitze einer singenden Kinderschar durch die Stadt.

Die Studenten luden Lennet zu ihren Festen und Umzügen ein und hielten ihn frei. Oft war Lennet Kann auch im Aachener Wald anzutreffen. Dort saß er zufrieden auf seiner Bank in der Nähe des Waldrestaurants Waldschänke. Ein Postkartenfoto zeigt ihn auf der Lütticher Straße, im Hintergrund das „Waldschlößchen“ (nahe Gut Entenpfuhl).

Im Aachener Wald brach er am 5. Januar 1916 auch bei einem Spaziergang zusammen. Er wurde zwar noch ins Elisabethkrankenhaus gebracht, wo man ihm allerdings nicht mehr helfen konnte. Die Sterbeurkunde dokumentiert den Tod der in Aachen noch heute bekannten Traditionsfigur.

Präsentiert wurde die aktuelle „Archivalie des Monats“ von Karl Allgaier und Manfred Biermanns vom Verein „Öcher Platt“, die dabei gemeinsam mit Archivleiter René Rohrkamp und seiner Stellvertreterin Angelika Pauels lautstark den Refrain des bekannten Karnevalslieds „Dat es der Lennet Kann, dat es der Lennet Kann. Dat es der Lennet, va Oche der schönnste Mann“ zu Gehör gaben.

Mit dem Verein „Öcher Platt“ findet am Donnerstag, 21. Januar, um 19 Uhr im Stauferkeller im Haus Löwenstein auch ein Vortrag von Angelika Pauels zum Thema „D‘r Lennet Kann – Dichtung und Wahrheit“ statt.

Infos zur „Archivalie des Monats“ gibt es im Internet unter www.stadtarchiv-aachen.de .

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