Aachen - Lennet Kann mit viel Liebe geehrt

Lennet Kann mit viel Liebe geehrt

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Große Show für ein Öcher Original: Lennet Kanns Vermächtnis findet 100 Jahre nach seinem Tod auf der Bühne mit viel Verve statt. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Wie ein Magnet zog der Name Lennet Kann 500 Besucher zur ersten Matinee des Theater- und Konzertvereins Aachen in die Kurparkterrassen. Zu Ehren des Öcher Originals, dessen Todestag sich in diesem Jahr zum 100. Mal jährte, hatte sich der junge Verein eingeladen.

Zugleich wurde daraus nach einer Idee von Renate Joußen eine Charityveranstaltung. So konnten dem Nele und Hanns Bittmann-Verein 3000 Euro übergeben werden – der Erlös aus dem Verkauf von 551 Lennet-Printen.

„In freundschaftlicher Zusammenarbeit mit der Bäckerei Moss hat der Theater- und Konzertverein die von Frank Prömpeler 2014 künstlerisch gestaltete Lennet-Printe zum Anlass genommen, Aachener Kinder in Not zu unterstützen“, sagte die Vereinsvorsitzende Heike Vogt.

Schon im Oktober 2015 und im Februar 2016 hat der Theaterverein je vier ausverkaufte Vorstellungen von „Lennet Kann, das Musical“ aufgeführt. 3400 Zuschauer sahen dieses Lebenswerk von Kurt Joußen, die Nachfrage bestand weiterhin. Der vor zehn Jahren gegründete Nele und Hanns Bittmann Verein hat in diesem Zeitraum 20.000 Kinder unterstützen können. 200 Kinder besuchten auch die Musicalaufführungen.

Interessiert verfolgten die Besucher der Matinee das „Plädoyer für einen Überlebenskünstler“, in dem die Aachener Journalistin Jutta Katsaitis-Schmitz ein ganz anderes Lebensbild des beliebtesten Aachener Originals dokumentierte. Sie zeichnete darin das sagenumwobene und anekdotenreiche Leben des Lennet Kann auf, der durchaus ein Spaßvogel, Unterhalter und durchweg geselliger Typ war.

„Er war schlichtweg ein Überlebenskünstler – zwar arm wie eine Kirchenmaus, blieb ihm Arbeit dennoch fremd! Doch er arrangierte sich mit seinem Leben, war wegen seiner Wesensart ein stadtbekanntes Unikum“, sagte sie.

Rätsel um das Geburtsdatum

Bis heute ist es jedoch nicht gelungen, sein Geburtsdatum exakt zu ermitteln. Allein durch seine standesamtliche Sterbeurkunde ist belegt, dass der „gewerbslose Leonhard Kahn, katholischer Religion , ledig, wohnhaft in Aachen, Peterstraße 126, am 5. Januar 1916, nachmittags um zwölfeinhalb Uhr, im Alter von 72 Jahren im Aachener Elisabethkrankenhaus verstorben ist“. Sollte Lennet gar als Waisen- oder Findelkind in der Familie Kahn aufgewachsen sein?

So soll seine Mutter ihm zum Betteln über die Kinderjahre hinaus die Beine nach hinten weggebunden haben. Eine Erklärung für die spindeldürren Beine, in denen sich später keine Waden mehr entwickeln konnten. Niemand wird eine schulische Ausbildung bei ihm erwarten, doch die Kinder, die ihn hänselten, ließen ihn auch ihre Schularbeiten machen, für die sie sogar gute Noten erhielten – soweit Katsaitis-Schmitz‘ Schilderungen.

Lennets Lieblingsplätzchen waren demnach die Lütticher Straße und der Osterweg. An der Unterführung nach Ronheide verbrachte er die letzten Stunden seines Lebens. Es war eine eisige Januarnacht. Steif gefroren, konnte ihm im Elisabethkrankenhaus nicht mehr geholfen werden.

Zum Programmablauf der Matinee gehörte auch eine Biografie in Öcher Platt aus der Feder des Chronisten Piedbeuf (1893 – 1950). Vorgetragen und mit viel Beifall bedacht wurde sie von Markus Krings, Thouet-Preisträger 2016. Ulli Havermann und „fünf Jonge“ vertraten die singende Zunft, wie auch Kurt Joußen, der von den grazilen Tänzerinnen der Ballettschule Brigitte Erdweg bei seinem Potpourri der Öcher Leddchere umtanzt wurde. Lothar Engels „rockte die Bühne“ mit dem Kinderchor von St. Katharina Forst.

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