Aachen - Lehrermangel: „Wir können uns zurzeit absolut nicht beschweren“

Lehrermangel: „Wir können uns zurzeit absolut nicht beschweren“

Von: akas
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Lehrerin Grundschule Tafel Schule Symbol Julian Stratenschulte/dpa
Landesweit werden an Grundschulen händeringend Lehrer gesucht. In Aachen ist die Situation noch entspannt. Symbolfoto: Julian Stratenschulte/dpa

Aachen. Es sind Worte, die man eher selten von Experten aus dem Bildungswesen hört: „Wir können uns zurzeit absolut nicht beschweren“, sagte Petra von Jakubowski, Schulrätin für die Grundschulen der Stadt Aachen, am Freitag mit Blick auf Lehrerstellen im Primarbereich.

„Wir sind in Aachen gut ausgestattet und haben sogar einen kleinen Puffer.“ So werde im laufenden Schuljahr an den Grundschulen Aachens nicht nach „Minimalplan“ unterrichtet. Krankheitsbedingte Ausfälle könnten auch kurzfristig aufgefangen werden.

Im Vergleich zu vielen anderen Kommunen steht die Stadt Aachen damit gut da. „Die Stadt ist für Lehrer ein attraktiver Ort“, erklärt von Jakubowski. Landesweit werden indes insbesondere für die ersten vier Schuljahre händeringend Lehrer gesucht. Die rot-grüne Landesregierung hatte deshalb 2016 Gymnasial- und Gesamtschullehrern befristete Verträge an Grundschulen angeboten. Dieses Anwerbeprogramm wurde jüngst von der neuen Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) deutlich ausgeweitet: Lehrer aller anderen weiterführenden Schulformen können sich nun an Grundschulen bewerben.

Wer eine Lehrbefähigung für die Oberstufe hat, bekommt zudem die Garantie, nach zwei Jahren an eine Schule versetzt zu werden, die zu seinem Lehramt passt. Aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage der Grünen, die unserer Zeitung vorliegt, geht allerdings hervor, dass seit Juli 2016 landesweit erst 20 Lehrer von Gesamtschulen und Gymnasien an Grundschulen mit freien Stellen eingestellt wurden.

Auch in Aachen spielt dieses Anwerbeprogramm bislang keine Rolle, wie von Jakubowski, die zum 1. Mai als Nachfolgerin von Schulrätin Ulla Roder in die Schulaufsicht wechselte, auf AZ-Anfrage bestätigte. Die Löcher im Personalplan werden vor allem durch Seiteneinsteiger gestopft, also Kräfte, die zwar kein Lehramtsstudium absolviert haben, aber über eine pädagogische Ausbildung verfügen. Zudem gebe es viele Lehrkräfte, die sich selbst vertreten. Heißt: Sie befinden sich in Elternzeit, unterstützen aber für ein paar Stunden pro Woche das Kollegium.

Doch auch in Aachen gilt: Allzu lange dürfte der „Puffer“ nicht mehr halten. „Langfristig fehlen auch bei uns ausgebildete Lehrkräfte“, betont von Jakubowski. Der Beruf muss auf lange Sicht also attraktiver werden.

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