Aachen - Leerstand: Kunst in verwaisten Ladenlokalen als Zeichen

Leerstand: Kunst in verwaisten Ladenlokalen als Zeichen

Von: Rauke Xenia Bornefeld
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Besondere Art der Performance: Kunst im leerstehenden Ladenlokal. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. „Super“ hat jemand mit dem Finger in den Staub am Fenster geschrieben. Super findet es wohl auch Karl von Monschau, dass ihm nun fünf Wochen ein riesiger Atelier- und Ausstellungsraum zur Verfügung steht.

Er ist der Künstler, der nun für den „Kunstwechsel“ im leerstehenden Geschäftsraum Wilhelmstraße/Ecke Gottfriedstraße verantwortlich zeichnet. Am Samstag ist er mit einer Start-Performance eingezogen.

Zunächst zeigt Karl von Monschau Appropriationen mit Fotografien von Stämmen aus Neuguinea. Ihnen hat er verschiedene Gegenstände zugefügt: Früchte, Werkzeug, Alltagsgegenstände. Gleichzeitig wird er an neuen Werken arbeiten – „ganz sicher großformatig“, meinte der Maler und Objektkünstler. Interessierte sind dabei herzlich eingeladen, beim Herstellungsprozess zuzuschauen. Entweder durch die großformatigen Fensterscheiben oder zu bestimmten Öffnungszeiten direkt an der Leinwand. Eine Midissage und eine Finissage wird es außerdem geben.

Verantwortlich für den „Kunstwechsel“ ist Professor Wolfgang Becker. „Der Eigentümer ist froh, dass hier etwas passiert und die Scheiben nicht nur mit Plakaten zugeklebt werden“, meinte er. „Mit der Fortentwicklung der ‚Aquis Plaza‘ entsteht täglich mehr Leerstand.“ Er sieht „Kunstwechsel“ neben der Förderung der heimischen zeitgenössischen Kunst auch als Mittel gegen den Leerstand im Einzelhandel.

Tatsächlich muss er sich um interessierte Künstler keine Sorgen machen: Nach der ersten Ausstellung mit dem Kulturwerk Aachen und der aktuellen Produzentengalerie mit Karl von Monschau stehen mit Bernd Radtke und Ralf Wierzbowski bereits die Namen für die nächsten beiden „Kunstwechsel“ fest. Und Becker hofft auch noch auf eine engere Zusammenarbeit mit dem Suermondt-Ludwig-Museum. „Auch das Museum könnte den Raum nutzen“, fand Becker.

Startperformance

Jetzt ist aber erst Mal Karl von Monschau kreativ – ohne sich allerdings vom „Super“ auf der Fensterscheibe inspirieren oder anfeuern lassen zu können. Die Startperformance hat der „Alltagskunst“ den Garaus gemacht: Fensterputzer haben im Dialog mit Posaunist Hubert Hubweber die Scheiben von Staub und Dreck befreit und freie Sicht auf Karl von Monschau und seinen Schaffensprozess hergestellt.

Der „Kunstwechsel“-Raum Wilhelmstraße/Ecke Gottfriedstraße ist in den nächsten fünf Wochen jeweils dienstags bis samstags von 17 bis 19 Uhr geöffnet. Der Künstler Karl von Monschau ist dann anwesend.

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