Aachen - Leere Büros weichen neuem Wohnraum

Leere Büros weichen neuem Wohnraum

Von: Robert Esser
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Imposanter Stelzenbau: Polier Volker Harff (r.) und Bauleiter Peter Nüssgens vor dem entkernten Herold-Haus an der Gottfriedstraße, das nun sechsgeschossig bis an die Wilhelmstraße vorgebaut Foto: Robert Esser

Aachen. Beängstigend wirkt die rund 20 Meter hohe Konstruktion aus dutzenden Schwerlaststelzen an der Ecke Wilhelmstraße/Gottfriedstraße - zumindest auf bautechnische Laien. Zig Tonnen schwer lasten die Betongeschosse auf dürren Pfählen, die Fassade ist weggerissen und gibt den Blick auf das Skelett des alten Herold-Hauses frei.

„Komplett entkernt”, nennt das Architekt Marcus Vonhoegen in nüchterner Ingenieursprache. Das Ziel: Unattraktive und kaum vermietbare Büroflächen - von denen es gerade an der Wilhelmstraße genug gibt - sollen in bezahlbaren Wohnraum umgewandelt werden.

Mittlerweile ist von der früheren Nebenstelle des Amtsgerichts, Hausnummer 26, nichts mehr zu erkennen. Stattdessen lärmt hier die derzeit wohl größte innerstädtische Wohnungsbaustelle. Hinter das Herold-Haus setzt Bauherr Gerd Sauren (Aachener Immobiliengesellschaft) noch einen Neubau auf den alten Parkplatz. „Inklusive Tiefgarage auf zwei Ebenen mit rund 60 Stellplätzen”, wie Vonhoegen betont.

Etwa genauso viele Wohnungen entstehen im gesamten Gebäudekomplex. Hinzu kommen Richtung Wilhelmstraße ebenerdig eine große Gewerbefläche von bis zu 800 Quadratmetern und eine kombinierte Wohn-/Bürofläche im 450 Quadratmeter großen Penthouse. „Von dort hat man einen fantastischen Blick auf den Dom und bis zum Lousberg”, sagt Sauren. Um möglichst viel Nutzfläche auf sechs Geschossen zu gewinnen, wird das in der Straßenflucht bislang zurückstehende Herold-Haus bis an die Wilhelmstraße vorgebaut - auf einem neuen Fundament. Anfang 2010 soll alles fertig sein.

„Auch die Appartements dahinter, die schon vorher bezugsfertig sind, konnten nur mit Hilfe der öffentlichen Hand verwirklicht werden”, erklärt Sauren. Man habe dieses „Pilotprojekt für Aachen” - von der Bürofläche zum Wohnraum - in enger Kooperation mit Hans Körfer, dem Leiter des Amts für Wohnungswesen, realisiert, sagt er. „Auch anderswo in Aachen könnte dieses Modell Schule machen - überall dort, wo riesige Büroflächen seit langem leer stehen.”

5,5 Millionen Euro werden allein in den Umbau des Vorderhauses investiert. Dessen Besonderheit, unabhängig von einer puristisch-modernen Glas-Putz-Fassade, soll verkehrstechnischer Natur sein: Autofahrer werden die Tiefgarage von der Wilhelmstraße aus ansteuern können. „Das gibt es sonst nirgendwo”, sagt Sauren.
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