Lebhafte Szenen für die „jungen Wilden”

Von: Lucy Breucha
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Aachen. Auf der Treppe vor dem Karlsbrunnen sitzt ein knutschendes Pärchen. Einen Meter weiter hat sich ein Mann mit seiner Gitarre niedergelassen und klampft. Was sein Sitznachbar gemütlich findet: Gerade macht er sich eine Flasche Bier aus seinem Sixpack auf.

Die „Sommernacht am Markt” und vergleichbar lebhafte Szenen fängt der Aachener Karikaturist Winfried Rinke in seinen Bildern ein. Sie sind farbenfroh, skurril und immer steckt mehr als nur ein Körnchen Wahrheit in ihnen.

Etliche Bilder aus der Städteregion Aachen und aus der Kulturhauptstadt Essen/Ruhr 2010 hat Rinke angefertigt. Diese Werke können nun in der Ausstellung „Aus Karikaturistensicht” im Justizzentrum am Adalbertsteinweg begutachtet werden.

Mit seinen Illustrationen möchte Rinke vor allem die „jungen Wilden” ansprechen. Ältere Menschen stören sich an den Figuren, die überall in Rinkes Bildern zumindest teilweise den Blick auf die abgebildeten Sehenswürdigkeiten versperren.

In seinem Atelier in Burtscheid benutzt der 52-Jährige die Malerei als Ausgleich für einen Beruf, den ihm wohl ob seiner Karikaturen keiner so schnell zutrauen würde: Rinke ist hauptberuflich Jurist. „Jura ist ja oft sehr trocken”, bestätigt der Spezialist für Bau- und Medizinrecht. „Ich brauche auch ein paar Stunden am Tag, wo ich was anderes mache als Paragrafen”.

Beim Malen kann sich Rinke dann kreativ austoben - genau wie auch beim Schreiben. Das Buch „Sightseeing in der Kaiserstadt” erzählt einen Tag eines Münchener Pärchens in Aachen. S

pitzfindig gibt Rinke dort Einblicke in Rotlicht, Verbrechen, Kunst und Kultur - mit hauseigenen Bildern illustriert. Passagen, in denen alteingesessene Aachener zu Wort kommen, sind vielfach in „Öcher Platt” verfasst. Aber auch an die Nicht-Plattkundigen wurde gedacht: Im hinteren Teil wird für Unwissende übersetzt.

Der gebürtige Essener Rinke malt schon, seit er vier Jahre alt ist. Sein Onkel, ebenfalls begeisterter Maler, hat ihn zu dieser Leidenschaft gebracht. Wie viele Bilder er schon gemalt hat, weiß Rinke selbst nicht mehr. „Jeden Tag wird da was Neues fertig”, erzählt er.

Die Ausstellung „Aus Karikaturistensicht” ist bis zum 15. Mai in der Kantine des Justizzentrums zu sehen. Geöffnet ist sie montags bis freitags von 9 Uhr bis 15 Uhr.


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