Lebensrettung rund um die Uhr

Von: Maike Holle
Letzte Aktualisierung:
12846529.jpg
Das Herzstück der Technik an der Kackertstraße: Praxismanagerin Jaqueline Glaetzer zeigte den Besuchern, wie die Druckkammer funktioniert. Foto: Andreas Steindl
12846534.jpg
Spezialisten beim Einsatz unter Wasser: Die Minentaucher aus Eckernförde demonstrierten ihre Arbeit ausnahmsweise an der frischen Luft. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Seit nun schon 20 Jahren hilft man in Aachen Menschen bei Tauchunfällen, Kohlenmonoxidvergiftungen oder Luftembolien mithilfe einer hyperbaren Sauerstofftherapie. „Hyperbare Oxygenation“, kurz HBO nennen die Experten das Verfahren, das in Notfällen schon häufig Leben retten konnte – und das rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr.

Eine Besonderheit, denn den 24-Stunden- Einsatz bieten sonst nur vier weitere HBO-Zentren in Deutschland an. Das HBO-Zentrum Euregio Aachen an der Kackertstraße nahm das Jubiläum deshalb jetzt zum Anlass, zum Tag der Offenen Tür einzuladen.

Doch steckt eigentlich genau hinter dieser Technik? Der menschliche Körper benötigt Sauerstoff zum Leben. Fehlt dieser, können Zellen ihre Funktion nicht dauerhaft aufrechterhalten. Ziel der Therapie ist es deshalb, in Geweben mit Sauerstoffmangel die lokale Sauerstoffversorgung zu erhöhen. Um das zu erreichen, atmet der Patient in einer Druckkammer medizinisch reinen Sauerstoff über eine Maske ein. Zudem wird der Umgebungsdruck erhöht, um zusätzlich mehr Sauerstoff im Blut lösen zu können. Das ermöglicht kranken Zellen im menschlichen Körper, sich dauerhaft zu regenerieren und Heilungsprozesse anzustoßen oder zu beschleunigen.

Eine HBO-Therapie wird in verschiedensten Anwendungsbereichen – vom Tinnitus, bis hin zu Gasbrand – eingesetzt. Vor allem bei Letzterem sei schnelles Handeln wichtig, denn schon nach 24 Stunden könne jede Hilfe zu spät kommen, erklärte Dr. Ullrich Siekmann, ärztlicher Leiter des Zentrums. Deshalb sei die enge Zusammenarbeit, etwa mit der Feuerwehr und der Uniklinik, umso wichtiger.

Im Laufe des Nachmittags informierte das Zentrum in einigen Vorträgen über die Wirkungsweise von HBO, Wundheilungsstörungen oder Bestrahlungsspätschäden. Führungen durch das Zentrum wurden angeboten, sodass die Besucher die Druckkammer und die Technik, die dahintersteckt, von ganz nah betrachten konnten.

Zudem waren auch die Feuerwehr und die Wasserwacht Aachen oder die Minentaucher aus Eckernförde vor Ort und stellten ihre Tätigkeitsfelder vor.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert